Mit der Kraft des Kürbisses

29. Oktober 2008, 18:08
posten

Das Label Pumpkin Records feiert am Donnerstag im Wiener Fluc seinen zehnten Geburtstag

Wien - Der Kürbis ist nicht nur ein in den vergangenen Jahren aufdringlich gewordenes Feldgemüse. Stichwort: Halloween. Er ist so etwas wie das steirische Flaggengemüse. Naheliegend also, dass der von Wies in der Südweststeiermark aus agierende Wolfgang Pollanz, Mitbegründer der Kulturzeitschrift Sterz, seine Verlags- und Labelambitionen kürbisaffin benennt: In der Edition Kürbis verlegt er Spezialliteratur. Etwa Alpenkönig und Menschenfreund, die Autobiografie von Austrofred, oder Das Buch Elvis, eine alttestamentarische Adaption des Lebens von König Presley. Liebevolles Spinnertum auf hohem Niveau.

Einen ähnlichen Zugang hat Pumpkin Records, das neben der Veranstaltungsschiene Kürbis dritte Betätigungsfeld Pollanz'. Zehn Jahre lang gibt es das Label, heute Abend wird dieses Jubiläum im Wiener Fluc mit den Pumpkin-Bands Thalija, Bell Etage und 78plus zelebriert. Pumpkin Records ist ein sympathisches Kleinlabel. Keine Geldmaschine, sondern das Vehikel eines Überzeugungstäters.

Auf Pumpkin erscheinen nur Alben heimischer Künstler, die irgendetwas Besonderes auszeichnet: besonders abwegig (vier Experimentelle die nur zwei sind), besonders chancenlos (Lassos Mariachi) oder besonders verwegen. Etwa 78plus, die Dixieland mit elektronischem Pop und deutschen Texten kurzschließen. Oder Bell Etage, die besten US-Indie-Rock spielen. Oder Thalija, ein vielköpfiges Klangkollektiv, das mit Erfolg beweist, dass die Disziplin Postrock keine blutleere Hirnidee ist, sondern mächtig beeindrucken kann. (flu / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 30.10.2008)

Pumpkin Records Labelnight:
30. 10., Fluc, 1020 Wien, 21.00

  • Chef des Planeten Kürbis: Wolfgang Pollanz.
    foto: pollanz


    Chef des Planeten Kürbis: Wolfgang Pollanz.

Share if you care.