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Freitag: "Der blutende See"

29. Oktober 2008, 17:40
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20.15 bis 21.00 | 3sat

Der Alatsee wirkt auf den ersten Blick wie ein normaler Bergsee: idyllisch eingebettet in die malerische Bergkulisse der Allgäuer Alpen, etwa 32 Meter tief, nur sechs Kilometer von Füssen entfernt. Doch in 15 Metern Tiefe beginnt die dickste lebende Schwefelschicht Europas, bestehend aus Milliarden von Bakterien:. Sie bilden eine meterdicke, rosafarbene, giftige Brühe, die nicht nur Silberkettchen oder Bleigewichte oxidiert, sondern jedes Gewebe angreift.

Dort unten herrschen Bedingungen wie zu der Zeit, als das Leben auf der Erdeentstand: eine Welt ohne Sauerstoff. Kommt die Bakterienschicht an die Oberfläche, stirbt alles Leben, sogar die Grundwasserversorgung für mehr als 30.000 Menschen ist gefährdet. Doch das Wasser im See wird kaum ausgetauscht, der Alatsee ist somit ein meromiktischer See. Was sich unter der Schwefelschicht verbirgt, weiß bisher niemand. Die Universitäten München und Stuttgart versuchen, dieses Geheimnis mit einer Hightech-Ausrüstung zu ergründen.

Und sie sind nicht nur biologischen Aspekten auf der Spur: Seit 1945 halten sich hartnäckig Gerüchte, dass am Ende des Zweiten Weltkriegs Goldvorräte des NS-Regimes im Alatsee versenkt wurden. Schon mehrere Schatzsucher starben bei dem Versuch, die Schwefelschicht zu durchtauchen. Florian Guthknecht unternimmt eine Expedition zum Grund des Alatsees. (red)

 

  • Eine giftige Schwefelbakterienschicht im Alatsee.
    zdf und br, oliver kirsch

    Eine giftige Schwefelbakterienschicht im Alatsee.

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