Rergierung verhängt Ausnahmezustand im Süden

6. November 2008, 12:15
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Nach gewaltsamen Protesten gegen Steuerpolitik - Generalstreik gegen Entscheidung der Regierung, die Steuern für eine Bergbaugesellschaft um fast die Hälfte zu senken

Lima - Nach gewaltsamen Protesten gegen die Steuerpolitik hat die peruanische Regierung für den Süden des Landes den Ausnahmezustand verhängt. Ministerpräsident Yehude Simon gab die Entscheidung am Mittwoch nach einer außerordentlichen Sitzung des Kabinetts bekannt. Der Ausnahmezustand gelte für die nächsten 30 Tage im Verwaltungsgebiet Tacna an der Grenze zu Chile, sagte er. In der Stadt Tacna hatten wütende Demonstranten bei Protesten ein Verwaltungsgebäude in Brand gesteckt.

Streit um Bergbau-Einnahmen

Im Süden Perus ist derzeit ein Generalstreik im Gange. Er richtet sich gegen die Entscheidung der Zentralregierung, die Steuern für eine Bergbaugesellschaft um fast die Hälfte zu senken. Bei dem Streit geht es um die Verteilung von Einnahmen aus dem Bergbau zwischen der Provinz Moquegua und der Nachbarregion Tacna. Die Bürger von Moquegua wehren sich gegen eine aus ihrer Sicht ungerechte Aufteilung der Einnahmen aus Kupferbergwerken des mexikanischen Unternehmens Southern.

2005 hatte Moquegua, das 1.150 Kilometer südlich von Lima liegt, noch umgerechnet 76,8 Millionen Euro erhalten und Tacna 69,9 Millionen Euro. Aufgrund einer neuen Berechnungsweise soll Tacna nun 166 Millionen Euro erhalten und Moquegua nur 52,3 Millionen Euro. Die von Southern betriebenen Minen erstrecken sich auf beide Regionen. (APA/dpa/AP)

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    Ende Oktober attackierten Gegener der Steuerreform in Tacna das Gebäude des Gouvernerus.

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