Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Das unter Federführung des IWF ausverhandelte Rettungspaket für Ungarn sorgte am Budapester Finanzmarkt am Mittwoch für ein kräftiges Hoch. Die gesamtwirtschaftlichen Aussichten werden aber immer düsterer.
*****
Budapest/Wien/Brüssel - Die Einigung war bereits seit Tagen erwartet worden, am Mittwochmorgen sorgte dann aber die Höhe des ungarischen Finanzrettungspaketes für die große Überraschung. Der Internationale Währungsfonds (IWF), die EU und die Weltbank werden Ungarn einen Kredit in Höhe von 20 Milliarden Euro zur Verfügung stellen, zuletzt beliefen sich Spekulationen auf rund 12,5 Milliarden.
"Wir hatten die Befürchtung, dass ein Paket mit weniger Feuerkraft nicht ausgereicht hätte, um die Märkte zu beruhigen" , sagte Anne-Marie Gulde-Wolf, einer der IWF-Chefverhandler in Budapest, dem Standard am Mittwoch. DerIWF ist mit 12,5 Milliarden der größte Kreditgeber, gefolgt von EU(6,5 Milliarden) und Weltbank.
Wenn die "äußeren" Einflussfaktoren keine weiteren Überraschungen bringen, wird das Paket das Vertrauen in die Märkte zurückbringen, zeigte sich Gulde-Wolf überzeugt. Tatsächlich zogen der ungarische Leitindex BUX und derForint, der in den vergangenen Wochen massiv an Wert verloren hatte, am Mittwoch stark an. Einige Papiere, darunter jene der OTP-Bank und der Mol, wurden wegen Kurssprüngen von bis zu plus 15 Prozent sogar vom Handel ausgesetzt.
Die Höhe der Kredite sagt allerdings nichts darüber aus, wie viel Geld Ungarn tatsächlich in Anspruch nehmen wird. Wie bereits zuvor bei einem fünf Milliarden Euro Notkredit der Europäischen Zentralbank, werden Ungarn nur Kreditlinien zur Verfügung gestellt. Budapest kann also bei Bedarf auf das Geld zugreifen, muss aber nicht.
Der Bankensektor begrüßte das Rettungspaket einstimmig.
"Ein Schutzschild wurde gespannt, die internationalen Institutionen haben dem Markt gezeigt, dass sie Ungarn vertrauen", sagte etwa János Müller vomungarischen Bankendachverband in Budapest. Für Rainer Singer, Osteuropa-Analyst bei der Erste Bank, ist das Ausmaß des Rettungspaketes hingegen "übertrieben". Bei Abzug der konzerninternen Verbindlichkeiten übersteigt der Kredit sogar alle öffentlichen und privaten Verbindlichkeiten Ungarns in den kommenden zwölf Monaten. "Aber die Vorgehensweise ist für die Krise symptomatisch, es soll demonstriert werden, dass alles unter Kontrolle ist", so Singer.
Nur kritische Worte fand die Opposition. "Die Regierung hat uns über die Höhe des notwendigenKredites belogen oder war selbst komplett ahnungslos" , sagte Tibor Navracsics, Fraktionsvorsitzender der oppositionellen Fidesz dem Standard. Auch die Einsparungen, darunter die Streichung der 13 Monatsgehälter der öffentlichen Angestellten, kritisierte er. Statt eines Sparprogramms bräuchte Ungarn ein Konjunkturbelebungspaket und Steuersenkungen.
Neben dem Finanzpaket stand der Mittwoch in Ungarn auch im Zeichen trüber gesamtwirtschaftlicher Aussichten: Die Finanzkrise könnte in Ungarn 40.000 bis 50.000 Jobs kosten, sagt Arbeitsministerin Erika Szücs der Tageszeitung Nepszava. Bereits am Dienstag korrigierte die Regierung ihre Wachstumsprognosen für 2009 nach unten: Im kommenden Jahr wird die Wirtschaft demnach um ein Prozent schrumpfen.
Unterdessen wurde auch bekannt, dass die polnische Regierung die Landesbanken mit Kreditgarantien unterstützen will, der polnische Ministerrat hat einen entsprechenden Gesetzesvorschlag verabschiedet. (András Szigetvari, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 30.10.2008)
... tut es mir wirklich leid, kein verschuldeter Staat zu sein.
Oh, wär ich doch ein Land, ein kleines nur, ähnlich Island zum Beispiel. Mein Gott, was hätt ich mich verschulden können in den letzten Jahren.
Und nun, nahe dem Staatsbankrott, schwups, eilte mir die EU, der IWF und was weiß ich sonst noch wer zu Hilfe.
Schnell würd ich den Pensionisten die Pensionen kürzen und allerlei Sozialausgaben streichen und schon wär alles wieder bestens und der IWF hätt seine Freud mit mir ... ;)
Wart ma´s ab wieviel Kapital der Staat den Banken zuschießen wird und wieviele Haftungen in Anspruch genommen werden. Und dann schau ma ob noch Geld für Steuerentlastungen der Arbeitnehmer und KMU übrigbleibt.
Und bis wir das beurteilen können, lassen wir uns ein paar Zahlen aus 2007 auf der Zunge zergehen:
Größte Steuerposten Österreichs:
MWSt. 21 Mrd
ESt 21 Mrd
KÖST 6 Mrd !!! davon schätz ich mal max. 25 % von den Banken, macht 1,5 Mrd !!!
... Black Ad"d"er, leg dir wenigstens ein "l" zu, wennst schon keine Ahnung von Umverteilung (von unten nach oben!) hast... ;)
Tja ...
Sie nehmen nur die Gewinne von den Banken her. Es ist so als Sie eine Unternehmung hätten ihre Umwelt total vergiften würden aber die indirekten Kosten (Aufräumungsarbeiten etc, etc) nicht mitrechnen. Die Banken haben mit dem Geld dass sie bekommen haben extrem verspekuliert und an fast jeden Depp Kredite gegeben. Den Chefs war das egal weil sie wussten dass sie bereits im "Urlaub" sein würden wenn der Crash kommt (moral hazard pur). Um diese Fehler aufzuräumen ruft man plötzlich den Staat. Es ist v e r a r s c h u n g pur.
Das unstabile Kreditgeldsystem nähert sich seinem Ende. Island, Ungarn, Pakistan... Immer mehr Länder werden zahlungsunfähig. Immer mehr Kredite werden aufgewendet um Kreditlöcher zu stopfen und nicht zur Zukunftsicherung. Die Frage ist nicht mehr ob es den finalen Crash geben wird sondern nur noch wann es ihn geben wird. Auch wenn jetzt der Ölpreis gefallen ist, die hohen Energiekosten in den letzten Jahren haben einen beträchtlichen Anteil an der Finanzkrise. Und Peak Oil kommt noch: 2011 - 2015.
Der ist schon längst da: http://www.chrismartenson.com/crash-cou... a-peak-oil
So etwas dauert immer etwas, aber es fängt schon an mit Massenentlassungen. Die Finanzkrise direkt trift die breite Masse ja nicht sofort, das war auch 1929 nicht so. Aber die darauffolgende Krise wurde erst mittels Weltkrieg "gelöst" - das ist nichts, worauf ich gespannt bin.
Das wird in Euro-Land etwas schwierig, aber wir könnten das für Österreich schon inszenieren:
1. Wiedereinführung des Schilling
2. Banken in den Ruin treiben (alle heben ihr Geld ab)
3. Der Staat zahlt die 2 Billionen Schilling Bailout
4. Hyperinflation zur Beseitigung der Staatsschuld
5. Wir fressen Gras
mit euro hat das nüsse zu tun. der euro ist sicherer gegen spekulationen a la soros gegen brit. pfund.
aber das wars dann auch schon.
der nachteil ist, wenn z.b. spanien und brd fallen würden, ist es auch mit "unserem" euro gaga. dann fallen wir mit. die ezb ist der vorteil, aber wenn wir fallen ist eines gewiss: dann sind iwf und ezb pleite und wir haben wieder mal brav die anderen länder gesponsert.
auch die usa werden fallen, dank dollar. vielleicht saufen wir ab, dank euro. alles ist möglich, loblieder sind sicher nicht angebracht.
abgesehen von der korrupten iwf (und weltbank) elite:
einige staaten sind gerade der daumenpresse des iwf entkommen, nun sind sie wieder mittendrin (argentinien, ua). niemand entkommt dem gierigen schlund der puren kapitalisten.
interessant ist, wo der iwf die kohle herhat: er macht sie selber, mit sonderziehungsrechten, denn die mitgliedsbeiträge sind bald alle: geld aus luft wie eine richtige zentralbank. tolle erfindung, noch eine ZB obendrauf und kontrolliert ganze länder, die dann die konzerne in useuropa füttern dürfen. wenn es ihn nicht gäbe, müsste man sowas erfinden ... der iwf ist nicht die caritas, denn die helfen den armen wirklich.
Da sieht man die ganze Perversität des Systems. Ungarn bekommt mehr als je ein Entwicklungsland vom IWF zugestanden bekommen hat. Die Politik der Regierung des Landes ist auf Lügen aufgebaut, wie der Premier selbst zugegeben hat, und Strauss-Kahn, der in einen Fall von Nepotismus verwickelt ist, redet von Vertrauen. In wen oder was eigentlich? Wenn es nachher eh munter so weitergeht...
Schmarrn das die EU jedes noch so unfähige Land aufnehmen muss!
Österreichische Bauern bekommen dieses Jahr für den Mais nichtmal mehr die Hälfte was sie noch vor 1 Jahr bekommen haben, weil Ostländer wie Ungarn den Markt mit Mais überschwemmen.
Und jetzt bekommen die Ungarn auch noch Finanzhilfe!!!
Bin gespannt wie es dann aussehen wird wenn die Türkei auch in der EU ist!
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.