Neues Eignungsverfahren für Lehrer

Konfliktmanagement, Frustrationstoleranz, und Stressbewältigung werden überprüft - Bildungsministerium überlegt österreichweite Einführung

Innsbruck - Im Hinblick auf die "Massenbewegungen" an den Universitäten und Hochschulen hat die Pädagogische Hochschule Tirol (PHT) ein umfangreiches Eignungsfeststellungsverfahren für angehende Lehrer entwickelt. "Mittels einer viertägigen 'Situationsperformanz' sollen so die 'besten' Studenten für den Lehrberuf gefunden werden", erklärte der Hochschulkoordinator der PHT, Friedrich Wittib, am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Innsbruck.

Darin muss sich der Anwärter Faktoren wie Konfliktmanagement, Frustrationstoleranz, Stressbewältigung, Organisationskompetenz und Kreativität stellen. Zuvor muss der angehende Student eine "Selbsteinschätzung" abgeben. Nach dem Verfahren findet ein Beratungsgespräch mit den Dozenten und Professoren über die Ergebnisse statt.

Hohes Maß an Reflixionsfähigkeit

"Es braucht 'mehr' um Lehrer zu werden", meinte Rektor Univ.-Doz. Markus Juranek. Neben Charaktereigenschaften wie Geduld, Belastbarkeit, Kommunikationsfähigkeit und sozialer Kompetenz müsse der Anwärter auch über die erforderlichen Sprech- und Stimmleistungen verfügen und ein hohes Maß an Reflexionsfähigkeit aufweisen. Allein die Kenntnisse der deutschen Sprache in Wort und Schrift, der musikalisch-rhythmischen und körperlich-motorischen Eignung für den Volks-, Sonder- und Hauptschullehrer würden nicht mehr ausreichen.

Bald österreichweites Verfahren?

Für das laufende Studienjahr sei das Verfahren zum zweiten Mal eingesetzt worden. Von den anfänglich 175 Interessenten haben nach dem Eignungsfeststellungsverfahren 144 an der vierwöchigen Orientierungsphase im Oktober teilgenommen. "Tatsächlich inskribieren werden sich einige wenige", wusste Juranek. Nach einer weiteren Evaluierungsphase soll im Jahr 2009/2010 eine endgültige Form der Eignungsfeststellung angewandt werden. Im Bildungsministerium werde überlegt, diese Art des umfangreichen Verfahrens österreichweit zu übernehmen, gab der Rektor an. (APA)

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