Neues Eignungsverfahren für Lehrer

28. Oktober 2008, 15:49

Konfliktmanagement, Frustrationstoleranz, und Stressbewältigung werden überprüft - Bildungsministerium überlegt österreichweite Einführung

Innsbruck - Im Hinblick auf die "Massenbewegungen" an den Universitäten und Hochschulen hat die Pädagogische Hochschule Tirol (PHT) ein umfangreiches Eignungsfeststellungsverfahren für angehende Lehrer entwickelt. "Mittels einer viertägigen 'Situationsperformanz' sollen so die 'besten' Studenten für den Lehrberuf gefunden werden", erklärte der Hochschulkoordinator der PHT, Friedrich Wittib, am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Innsbruck.

Darin muss sich der Anwärter Faktoren wie Konfliktmanagement, Frustrationstoleranz, Stressbewältigung, Organisationskompetenz und Kreativität stellen. Zuvor muss der angehende Student eine "Selbsteinschätzung" abgeben. Nach dem Verfahren findet ein Beratungsgespräch mit den Dozenten und Professoren über die Ergebnisse statt.

Hohes Maß an Reflixionsfähigkeit

"Es braucht 'mehr' um Lehrer zu werden", meinte Rektor Univ.-Doz. Markus Juranek. Neben Charaktereigenschaften wie Geduld, Belastbarkeit, Kommunikationsfähigkeit und sozialer Kompetenz müsse der Anwärter auch über die erforderlichen Sprech- und Stimmleistungen verfügen und ein hohes Maß an Reflexionsfähigkeit aufweisen. Allein die Kenntnisse der deutschen Sprache in Wort und Schrift, der musikalisch-rhythmischen und körperlich-motorischen Eignung für den Volks-, Sonder- und Hauptschullehrer würden nicht mehr ausreichen.

Bald österreichweites Verfahren?

Für das laufende Studienjahr sei das Verfahren zum zweiten Mal eingesetzt worden. Von den anfänglich 175 Interessenten haben nach dem Eignungsfeststellungsverfahren 144 an der vierwöchigen Orientierungsphase im Oktober teilgenommen. "Tatsächlich inskribieren werden sich einige wenige", wusste Juranek. Nach einer weiteren Evaluierungsphase soll im Jahr 2009/2010 eine endgültige Form der Eignungsfeststellung angewandt werden. Im Bildungsministerium werde überlegt, diese Art des umfangreichen Verfahrens österreichweit zu übernehmen, gab der Rektor an. (APA)

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16 Postings

"Neben Charaktereigenschaften wie Geduld, Belastbarkeit, Kommunikationsfähigkeit und sozialer Kompetenz müsse der Anwärter auch über die erforderlichen Sprech- und Stimmleistungen verfügen und ein hohes Maß an Reflexionsfähigkeit aufweisen."

und vor allem muss er die Fähigkeit haben, mit einem anfänglichen Salär von 845 Euro über die Runden zu kommen....

Unsere Direktorin war eine Psychopathin.

Vermutlich war sie die einzige Kandidatin die sich als Direktorin beworben hat.

Und? hat sie sich auch ihre passenden LehrerInnen ausgesucht?

Ach, Leute...

bei uns ist der Lehrermangel mittlerweile so fortgeschritten, dass wir alles nehmen, was stressresistent genug ist, um einer Kreideschlacht einer aufgekratzten 3. Klasse zu widerstehen. Und Leuten in der Pension schreiben wir Bettelbriefe, damit die noch ein paar Stunden übernehmen. Man werte den Beruf MASSIV auf, bis man tatsächlich Leute findet, die sich darum reißen und tatsächlich einen Pool hat, aus dem man auswählen kann. *seufz

Aber eines bitte immer beachten: Das Eignungsverfahren zuerst bei den pragmatisierten Lehrkräften anwenden,

NICHT bei den frischen Absolventen der UNIs.

Sonst hätte das ganze ja keinen Sinn und wäre extrem unfair.

Wann gibt es endlich sinnvolle Eignungsverfahren

für die Profs auf den Unis. Was dort auf der Pädagogik so angeboten wird, spottet jeder Beschreibung. Habe gerade eine aufgezwungene VO im Bereich der ontogenet. Entwicklung abgeschlossen. Bei der abschließenden Evaluierung haben mehr als die Hälfte die VO negativ evaluiert.
Wann hat das endlich mal Konsequenzen?

Was ist ein "Eignungsverfahren"?

Sollte ein Eignungstest gemeint sein, warum nennt man das nicht so?

vielleicht weil test eher nur punktuell und die tage verfahren;-)

neue eignungsverfahren

sind notwendig. die matura hat ja schon lange keine aussagekraft mehr.

Situationsperformanz

Ha ha ;-)

schnell ducken, wenn der schwamm tief fliegt:)

Eignungstests für Direktoren und Direktorinnen

müssten da ganz SCHNELL VORGEZOGEN und nachgemacht werden, wenn Herr und Frau DirektorIn nicht über die Persönlichkeiten von LehrerInnen stolpern sollen als unerkanntes Konfliktpotential;-)

lustig, den zugang zum lehramtstudium zu beschränken!!! genau das gegenteil sollte der fall sein - in wien fehlen bereits soviele ahs-lehrerInnen (englisch, mathe, bio, me und be), dass im nächsten schuljahr keine reduzierungen mehr möglich sind. und in den nächsten 10 jahren gehen nochmals ca 20% in pension!

da geht es nicht um ahs-lehrerInnen

diese werden (noch) nicht an den PHs ausgebildet, sondern absolvieren ein 'fast' normales fachrichtungsstudium... und dort gibt es in allen naturwissenschaftliche und technischen fächer einen mangel an studentInnen

60%

der aktiv im dienst stehenden lehrerInnen gehen bis 2013 in pension (stand 2006).

die quelle dazu wär sehr interessant.. ich kenn jedenfalls keine schule, an der auch nur annähernd 60% der lehrerInnen über 55 bzw. über 60 sind.
vielleicht ist da mal wieder ein teil nicht berücksichtigt worden (probejahre und ähnliches)

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