Fettes Essen erhöht Brustkrebsrisiko

28. Oktober 2008, 14:26
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Frauen, die viel Fett, verarbeitetes Fleisch und Fisch aber wenig Brot und Fruchsäfte konsumierten, erkrankten doppelt so häufig wie Frauen aus der Vergleichsgruppe

Potsdam  - Eine fettreiche Ernährungsweise erhöht einer Studie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung in Potsdam zufolge das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken.

Studien aus den 80-er Jahren hatten einen Zusammenhang zwischen einer erhöhten Fettaufnahme, der Aufnahme gesättigter Fettsäuren und dem Brustkrebsrisiko vermuten lassen, Folgestudien konnten dies jedoch nicht eindeutig bestätigen.

Das Forscherteam wertete die Daten von 15.361 Teilnehmerinnen der Potsdamer EPIC-Studie (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrion) mit einem neuen statistischen Ansatz aus. Die EPIC-Studie ist eine prospektive, 1994 begonnene Studie, die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Krebs und anderen chronischen Erkrankungen aufdeckt. An der von Heiner Boeing geleiteten Studie nehmen 27.578 Frauen und Männer im Alter zwischen 35 und 65 Jahren teil. Bei der Auswertung einer prospektiven Studie ist es wichtig, dass die TeilnehmerInnen zu Beginn der Studie noch nicht an der zu untersuchenden Krankheit leiden, wodurch sich die Risikofaktoren für eine bestimmte Erkrankung vor deren Entstehen erfassen lassen.

Die Wissenschaftler gingen der Frage nach, ob ein an Fettsäuren abgeleitetes Ernährungsmuster identifiziert werden kann, das in einem direkten Zusammenhang mit dem Brustkrebsrisiko steht, und ob dieses auf günstige oder ungünstige Effekte der verschiedenen Fettsäurearten hinweist.

Doppelte so viele Brustkrebsfälle

In der Gruppe Frauen, die gleichzeitig viel verarbeitetes Fleisch, wie z.B. Wurstwaren, Fisch, Butter oder andere tierische Fette doer Margarine verzehrten, dafür aber wenig Brot und Fruchtsäfte konsumierten, traten im Verlauf von sechs Jahren cirka doppelt so viele Brustkrebserkrankungen auf wie in der Gruppe, die sich gegenteilig ernährte. Ein Einfluss von gesättigten oder ungesättigten Fettsäuren konnte allerdings nicht festgestellt werden. Das Risiko war unabhängig vom Körpergewicht der Frauen, auch der Zeitpunkt, ob sich die Frauen vor oder nach der Menopause befanden oder ob sie eine Hormonersatztherapie erhielten, spielte keine Rolle.

"Nach unseren Ergebnissen haben Frauen ein höheres Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, wenn sie sich nach einem Ernährungsmuster ernähren, das durch eine hohe Fettaufnahme charakterisiert ist. Dieser Befund bestätigt sowohl die älteren Daten als auch die erst kürzlich publizierten Befunde anderer prospektiver Studien. Ob sich dieser Trend bei neueren Befunden fortsetzt und ob negative oder positive Effekte bestimmten Fettsäurearten zugeordnet werden können, werden die nächsten Monate zeigen. Auffällig ist auch, dass jüngste Studien mit Brustkrebspatientinnen auf günstige Effekte einer fettarmen Ernährung hinweisen", so Heiner Boeing, der Studienleiter. 

Die Ergebnisse wurden in der Novemberausgabe des British Journal of Nutrition veröffentlicht. (red)

  • Fettreiches Essen kann mit einem bis zu zweifach erhöhten Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, verbunden sein.
    foto: derstandard.at/moser

    Fettreiches Essen kann mit einem bis zu zweifach erhöhten Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, verbunden sein.

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