Bakterien zerstören alte Gebäude

2. November 2008, 17:30
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ForscherInnen haben fünf neue Stämme der Bakteriengattung Rubrobacter gefunden

Sevilla/Hamburg - Nicht nur Witterung und Umweltverschmutzung lassen Gebäude verfallen, sondern auch Bakterien. In spanischen Grabstätten und einer portugiesischen Kirche seien gleich fünf neue Stämme der Bakteriengattung Rubrobacter gefunden worden, die Gestein zerstöre, berichten ForscherInnen um Leonila Laiz vom Institut für natürliche Ressourcen und Agrobiologie in Sevilla. Zuvor waren lediglich drei Rubrobacter-Arten bekannt, die - anders als die nun entdeckten - nur bei hohen Temperaturen von 45 bis 80 Grad gedeihen.

Die ForscherInnen hatten die Gräber von Servilia und Postumio in der Römischen Nekropolis von Carmona in Spanien und die Vilar de Frades-Kirche in Portugal untersucht. Sie ließen zwei der fünf dabei entdeckten Stämme auf kleinen Steinquadern wachsen, um den Zerstörungsprozess im Labor nachzubilden. Die Bakterien wanderten in die Oberfläche ein, vermehrten sich und bildeten Salzkristalle.

Trocknete das Gestein aus, lösten sich der Bakterienfilm und die Kristallschicht ab - und rissen winzige Gesteinsbrösel mit sich. Über lange Zeiträume führe dieser Prozess zu großen Schäden an Denkmälern, Gräbern und Gebäuden, schreiben die ForscherInnen im deutschen Fachblatt "Naturwissenschaften". (APA/dpa)

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