"Windows Azure ist ein gigantischer Schritt für Microsoft"

28. Oktober 2008, 07:22
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Erstmals werden Eclipse-EntwicklerInnen zeitgleich mit .Net-EntwicklerInnen starten können - Cloud Computing verlangt nach riesigen Datenzentren, so Andreas Ebert im Gespräch

Nicht Windows 7, sondern Windows Azure prägte den ersten Tag von Microsofts EntwicklerInnenkonferenz PDC 2008 in Los Angeles. Doch was ist Azure? Was soll Cloud Computing bringen und welche Auswirkungen wird dies auf Microsoft und seine Partner haben? Einige Antworten auf diese Fragen konnte Andreas Ebert, früherer Microsoft-Geschäftsführer und heute Regional Technology Officer bei Microsoft, im Gespräch mit dem WebStandard beantworten.

"Ein gigantischer Schritt"

"Windows Azure ist ein gigantischer Schritt für Microsoft. Es stellt die Infrastruktur für die Zukunft dar. Unternehmen müssen keine zusätzlichen Ressourcen für das Aufsetzen von Cloud Computing-Anwendungen aufwenden. So werden Dinge zustande kommen, die wir uns derzeit noch gar nicht vorstellen können", so Ebert. Windows Azure soll die Plattform sein, die die Basisarbeiten von den EntwicklerInnen fernhält beziehungsweise die Vorarbeiten schon erledigt hat. Die EntwicklerInnen müssen "lediglich" ihre Anwendungen oben drauf setzen.

Massive Investitionen

In den letzten Jahren hat Microsoft enorme Summen in den Bau beziehungsweise Umbau seiner Datenzentren gesteckt. "Ein Datacenter kostet rund 500 Millionen Dollar", rechnet Ebert vor. Derzeit würde Microsoft zwischen 10.000 und 20.000 neue Server im Monat installieren. Um einen Größenvergleich zu bekommen - Facebook, die erfolgreichste Social-Network-Plattform der Welt hat rund 10.000 Server in Betrieb. In Chicago baut Microsoft eines seiner modernsten und innovativsten Datenzentren. Hier werden erstmals auch Server-Container zum Einsatz kommen, die rund 2500 Servern Platz bieten und schnell aufgesetzt und installiert werden können.

Eclipse und .Net

"Wir wollen den EntwicklerInnen so wenig wie möglich vorschreiben", so Ebert. Daher sei der Ansatz einer Mehrsprachigkeit, was die Programmiersprachen betrifft, und offene Standards auch das Um und Auf beim Cloud Computing. Erstmals wird es so möglich sein, dass Eclipse-EntwicklerInnen - Eclipse ist ein Open-Source-Framework zur Entwicklung von Software - zeitgleich mit den .Net-EntwicklerInnen die Azure-Werkzeuge zur Verfügung haben werden und Applikationen entwickeln können. Azure hat große Auswirkungen auf die Entwicklungsarbeit und die Art und Weise wie EntwicklerInnen Applikationen schreiben.

"Wir haben gelernt"

Die Offenheit sei eine Notwendigkeit und auch ein Auftrag der Partner, den Microsoft hier mit der Bereitstellung der Plattform wahrnimmt. "Wir haben aus der Vergangenheit gelernt, und versuchen die Empfehlungen bestmöglich umzusetzen."

Der Unterschied zu Amazon und Co.

Doch wo liegen nun die Unterschiede zwischen Azure und den Angeboten von Amazon und Google im Bereich der Cloud Computing-Applikationsentwicklung? Der große Unterschied liege darin, dass Amazon und Co. lediglich nackte Server anbieten, auf denen eigene Applikationen dann in der Cloud laufen können. Microsoft hingegen würde eine Plattform bieten, die bereits zahlreiche Basisarbeiten für die EntwicklerInnen erledigt hat. "Wir wollen unseren Partner einen Nutzen bringen. Wir sind der Meinung, dass unsere Plattform jene ist, auf der am schnellsten und einfachsten für die Wolke entwickelt werden kann. Das ist der große Vorteil von Azure. Kommt man mit unserer Lösung schneller zu seinem unternehmerischen Ziel, so wird man auch auf die Microsoft Plattform setzen", so Ebert. (Gregor Kucera aus Los Angeles)

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    Microsoft läutet mit Windows Azure eine neue Phase ein.

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