Vorarlberg: Pistenbau mit Pannen

27. Oktober 2008, 20:21
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    Die Bagger am Bettlerkopf stehen still. Der Zusammenschluss der Skigebiete Mellau und Damüls interessiert nun die EU.

Durch den Zusammenschluss ihrer Skigebiete wollen Mellau und Damüls die Konkurrenz abhängen - Die Realisierung ist aber nicht so einfach, wie die Befürworter glaubten

Nun prüft die EU das Projekt.

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Mellau - Damals, als die Vorarlberger Geistlichkeit etwas gegen den Twist und andere unmoralische Bewegungen hatte, war Mellau weltweit als "sündiges Dorf" berühmt. Im schicken Bregenzerwälder Wintersportort gab man sich modern und international, widersetzte sich dem Bischof. Lange zehrten die Mellauer vom Ruhm der Sixties und mussten schließlich erkennen, dass sie die Nachbarorte längst touristisch überholt hatten. Der Zusammenschluss der Skigebiete Mellau und Damüls sollte die Lösung der wirtschaftlichen Probleme bringen.

Im Winter 2009/2010 wollten Mellau und Damüls ihr neues Skigebiet eröffnen. Wollten, denn die Bagger hoch oben am Bettlerkopf stehen still. Schuld daran sind, glaubt man den Projektbefürwortern, die Umweltschützer.

Für die Verzögerung des 22-Millionen-Euro-Projekts gibt es mehrere Gründe: Für die Deponierung des Abbaumaterials am Bettlerkopf wurde keine Genehmigung eingeholt. Die Beschwerde der Naturschutzanwaltschaft über die geplante Deponie im Hochmoor liegt beim Unabhängigen Verwaltungssenat. Das "Aktionskomitee gegen die geplante Skigebietsneuerschließung" war im EU-Petitionsausschuss erfolgreich. Das Fehlen einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) irritiert die EU-Politiker. Im Frühling will eine Delegation das Projekt an Ort und Stelle prüfen. Herbert Frick, Mehrheitseigentümer der Bergbahnen Mellau ist der Resignation nahe: "Wir können uns nicht rühren." Das Projekt werde sich weiter verzögern.

Auch die Geologie macht den Betreibern das Bauen schwer. "Beim Sprengen sind ihnen die Felsbrocken um die Ohren geflogen", munkelt man im Dorf. Das Gelände sei "geologisch außer Kontrolle", wollen Naturschützer wissen. "Die oberen Felsschichten sind lockerer als gedacht", sagt Frick. "Adaptierungen sind notwendig, sagt Geologe Pius Manser, "aber das ist bei einem solchen Projekt normal." Die Pistenführung bleibe gleich, müsse aber an die geologische Situation angepasst werden, was das Projekt verteuern könnte. Vom Bau eines Skitunnels, wie von den Betreibern immer wieder diskutiert, rät der Geologe ab.

Stopp am Berg, Bau im Tal

Emsig gebaut wird hingegen im Dorf selbst. Dort, wo früher die legendäre Sonnenwirtin Margret Bischofberger ihre Gäste twisten ließ, entsteht ein Luxushotel. Zehn Millionen Euro investiert Norbert Bischofberger, ein in den USA als Chemiker erfolgreicher Sohn der bekannten Wirtin, in das "Sonne Lifestyle Resort". Das Spa-Hotel der Kategorie Vier Sterne plus wird im Dezember eröffnet. "Natürlich hätten wir gerne den Anfangshype des neuen Skigebiets genützt", sagt Hoteldirektor Klaus Riezler. Die Skigebietserweiterung sei für den Ort aber wichtiger als für das neue Hotel. Für manche Gastronomen, so der Obmann der Gastwirtevereinigung, sei sie "eine Frage der Existenz", denn Banken würden Kreditvergaben vom Bau des Skigebiets abhängig machen. (Jutta Berger/DER STANDARD-Printausgabe, 28.10.2008)

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8 Postings
XXXL-Schnauze
12.11.2008 08:15
was die pistenbauer und

umweltzerstörrer gerne vergessen ist...
der schnee, der nicht kommt !
wasserverschwendung, viel technik

ach ja arbeitsplätze, ja vielleicht 5 leut die einen job bekommen !

alla riscossa
07.11.2008 22:38
soll noch einer was gegen die eu sagen:

ohne die stünde der wahnsinn längst auf schienen!

FFluXXuSS
04.11.2008 00:33
sollte sowas doch wieder erlaubt sein?

...um dann als abschreckendes Beispiel zu dienen?

cludpert
31.10.2008 13:10

geld geld geld. murenabgänge, lawinengefahr erhöht. wurscht, wir bauen einen tolleren skizirkus als die anderen. kindisch und zerstörerisch. es wäre besser. solche wahnwitzigen baulöwen zu kontrollieren, statt ihnen feld zu überlassen.

Landbus Bregenzerwald
29.10.2008 21:08

und das ganze obwohl es in vorarlberg eine übereinkunft gibt (gab), dass keine neuen schigebiete gebaut und bestehende weder zusammengeschlossen noch erweitert werden. aber wehe die naturschützer brechen eine abmachung.

Andi1003
29.10.2008 20:47

Warum immer diese völlig irrationale Angst vor der UVP?
Wie man sieht schneidet man sich mit solchen Mätzchen nur ins eigene Fleisch ...

Ste Sch
29.10.2008 15:04

dieser frick wurde schon mit staatlich bezahlten kuraufenthalten reich (bad reuthe). Diesen Einfluss nutzt er jetzt beim Land Vorarlberg. Dort wird er als Tourismus-Papst angesehen ohne Rücksicht auf die Natur.

nemo
27.10.2008 20:42
bessere lösung:

gleich schon vor dem pfändertunnel eine schihalle hinbauen ;) und fürn sommer gleich a sommerrodelbahn rein

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