O-Ton: "Die Kaiser von Carnuntum veränderten die Welt"

27. Oktober 2008, 17:29
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Piero Bordin über die im Jahr 308 nach Christus in Carnuntum abgehaltene Kaiserkonferenz, die die Welt verändert hat

Normalerweise wird man enttäuscht. Man stößt auf ein geraubtes Grab, leer. Was die Kaiserkonferenz von Carnuntum betrifft, war es genau umgekehrt. Die Entdeckung wurde immer größer! Ich kam mir vor, wie beim Da Vinci Code. Ich habe recherchiert und mir ist klargeworden: Die im Jahr 308 nach Christus in Carnuntum abgehaltene Kaiserkonferenz hat die Welt verändert. Bei dieser Konferenz wurden jene Tetrarchen ernannt, die das Christentum gerettet haben, vor allem Konstantin (Konstantinische Wende, Anm.). Das Ganze ist zwar klar, aber noch niemand hat gesehen, dass der Übergang von den Göttern der Antike zum Christentum in Carnuntum mitentschieden wurde.

Es freut mich spitzbübisch, das entdeckt zu haben! Wir werden diese exakt 1700 Jahre zurückliegenden Ereignisse nun künstlerisch neu begleiten. Am 11. November wird im Amphitheater eine Skulptur aufgebaut, die Ost- und Westkirche symbolisiert, so groß, dass sie auf Google Earth gesehen werden kann. Man kann doch beim Umbruch der Welt einmal auf die Pauke hauen! Und der Kreis schließt sich: Konstantin wurde ja dadurch bekehrt, dass ihm das christliche Kreuz erschienen ist. Heute sind es die aus Schwechat in den Himmel über dem Amphitheater aufsteigenden Flugzeuge." (afze, DER STANDARD/Printausgabe, 28.10.2008)

Zur Person:
Piero Bordin ist Gründer und Intendant von Art Carnuntum. In der Kolumne O-Ton lässt der Standard Menschen aus Kultur und Medien unkommentiert zu Wort kommen.

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    foto: hendrich
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