Twitter: Das Tool der TerroristInnen?

27. Oktober 2008, 15:00
14 Postings

US-Militär sieht Gefahr durch den Microblogging-Dienst - Kommunikation und Propaganda - ExpertInnen hält Warnungen für unrealistisch

Militärische Kreise haben es so an sich, dass sie gerne mal für Durchschnittsmenschen eher abstrus anmutende Szenarien ausmalen und daraus dann noch eine reale Gefährdung ableiten. Ein beredtes Beispiel für ein solches Vorgehen liefert nun das US-Militär ab.

Gefahr

In einem aktuellen Bericht warnt das 304th Military Intelligence Battalion vor den Gefahren moderner Informationstechnologie, konkret will man in dem Microblogging-Tool Twitter eine Gefährdung für die "nationale Sicherheit" ausgemacht haben. So habe sich Twitter zu einem beliebten Werkzeug von "Sozialisten, Menschenrechtsgruppen, Kommunisten, Vegetariern, Anarchisten, religiösen Gruppen, Atheisten, politischen Eiferern, Hacktivisten und anderen" entwickelt.

Aktion

Dabei würde das Service dazu genutzt, um miteinander "zu kommunizieren und Nachrichten an ein größeres Publikum zu schicken". Als konkretes Beispiel verweist man auf die Proteste gegen den Parteitag der Republikaner, bei deren Koordinierung Twitter eine entscheidende Rolle gespielt haben.

Kritik

Aktivitäten, die allerdings wohl nur schwerlich unter dem Begriff "Terrorismus" zusammenfassen zu sind. So konzentriert man sich denn auch in anderen Teilen des Berichts lieber um islamistischen Terror. Ein Bereich, bei dem zwar derzeit noch keine Twitter-Nutzung nachweisbar ist, diese aber durchaus vorstellbar sei. Derzeit herrsche hier allerdings noch die Nutzung von Mobiltelefonen als Propagandaplattform vor.

Abwehr

ExpertInnen können der Twitter-Warnung hingegen wenig abgewinnen, so zitiert das US-Magazin Wired den Geheimdienstexperten Steven Aftergood mit der Aussage, dass man offenbar keine anderen Probleme habe, wenn man "die Zeit habe, über die Bedrohung durch Twitter nachzudenken". (red)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.