Nach der Durchsage "Sieg Heil" am vergangenen Samstag ist ein Wiener Straßenbahnfahrer entlassen worden. Der Mann hatte sich bei der letzten Fahrt der Ringlinie 1 von den Fahrgästen via Mikrofon verabschiedet und seine Ausführungen mit dem nationalsozialistischen Gruß beendet. Die Wiener Linien zogen nun die Konsequenzen: "Der Mitarbeiter holt sich schon seine Unterlagen", so ein Sprecher.
Der Spruch des Mitarbeiters sei unsäglich und richte sich von selbst. Mit den Vorwürfen konfrontiert habe dieser auch nichts zu beschönigen versucht, so der Wiener-Linien-Sprecher. Bis dahin sei der knapp 35-Jährige ein unbeschriebenes Blatt gewesen. Ihm habe erst im Nachhinein gedämmert, dass er hier eine Grenze überschritten habe.
Dem Mann drohen nun auch strafrechtliche Konsequenzen. Die Staatsanwaltschaft Wien wird von Amts wegen prüfen, ob eine nationalsozialistische Wiederbetätigung vorliegt, gab Behördensprecher Gerhard Jarosch am Montagnachmittag bekannt. Sollte sich die Verdachtslage erhärten, könnte ein Strafverfahren nach Paragraf 3 g des Verbotsgesetzes eingeleitet werden. Das hätte für den Mann schwerwiegende Konsequenzen: Wer sich dieser Gesetzesbestimmung zufolge im nationalsozialistischen Sinne betätigt, hat mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren zu rechnen.
Video auf YouTube
Der Vorfall, durch einen Bericht der Internet-Zeitung "Die Jüdische" bekanntgeworden, wurde auch von einem Youtube-Video dokumentiert, das zeigt, wie sich der Tram-Lenker von den feiernden Gäste in seinen "Führerstand" verabschiedete, wie er sich ausdrückte. Kurz darauf war über Lautsprecher die Abschiedsdurchsage zu hören, die mit "Sieg Heil" endete. Von Fahrgästen konfrontiert, rechtfertigte sich der Fahrer mit: "Versteht's Ihr keinen Spaß?"
Auch die für die Wiener Linien zuständige Stadträtin Renate Brauner meldete sich am Montag zu Wort: "Geisteshaltungen wie diese haben in Wien nirgendwo Platz und werden von der Stadt aufs Hefigste bekämpft." Zuvor hatten die Grüne Konsequenzen gefordert. "Solche Äußerungen sind kein Kavaliersdelikt, sondern müssen streng geahndet werden", so Gemeinderätin Ingrid Puller. (APA)
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Das Widerlichste ist die Akzeptanz des Nazisagers durch ein besoffenes Partypublikum. Der Parteigruß der NSDAP ist eben nicht ein beliebiger Jux. Genausowenig wie die Verharmlosung von antisemitischen, xenophoben, minderheitenfeindlichen Sprüchen. Die widerspruchslose Hinnahme solcher Sprüche ist das Entsetzliche. In welchem Kontext der "harmlose" Juxsager des Strassenbahners steht, können Sie problemlos recherchieren - geben Sie einfach diese Worte ins YouTube-Suchfeld...
ich möchte es definitiv nicht gut heissen, was der gute Mann da von sich gegeben hat.
Nuur, fürchte ich, daß man gerade im besten Wege ist, mit Kanonen auf Spatzen zu schießen.
Wie oft hört man entsprechende Aussagen nicht näher genannter, aber allseits bekannter Politiker.
Wo ist dort der kollektive Aufschrei zu finden?
Wo schreitet dort die Justiz ein?
(Stille ......)
Wenn Sie mit der Thematik vertraut sind, was ich Ihrem Posting entnemen kann, beantworten Sie mir doch bitte die Frage, warum in Österreich immer noch mit zweierlei Maß gemessen wird....?
Der Unterschied zwischen faschistoiden Tendenzen in der Politik und dem "Alltagsvorfall" mit dem Strassenbahnfahrer besteht darin, dass im zweiten Fall für die unmittelbar Beteiligten beeinflussbare direkte Betroffenheit vorlag. Wer den Alltagsfaschismus, dem er unmittelbar Widerstand entgegensetzen kann, unwidersprochen hinnimmt, wird mitschuldig am Hochkommen faschistoider Politiker. Antifaschismus ist nicht bloss abstrakt und deklamatorisch "politisch" sondern erfordert auch Initiative und Zivilcourage im Alltag. Verniedlichung bereitet den Boden für Gewöhnung. Politisch kann ich mich deklarieren - im Alltag muss ich mich auch entsprechend verhalten. Rechte sind feige Mitläufer, drum ist es so wichtig, ihnen Grenzen zu setzen.
Video auf http://www.dailymotion.com/at
Eingabe im Suchfeld: Sieg heil
vor dem Parlament vorbeigefahren? Dort ist ein "Graf" mit einer passablen Mehrheit gewählt worden, von dem man laut DÖW etliches annehmen müsste. http://www.doew.at
Oder hat der eine nur die schlechtere Nachred?
so funktioniert die Gehirnwäsche mittels der Nazijargon und Nazidenken wieder salonfähig gemacht werden soll.
Manche Beiträge in diesem Leserforum beweisen das sehr anschaulich. der Strassenbahnfahrer wurde offenbar gezielt mißbraucht - sein Verschulden ist, da mitgespielt zu haben. Und von jenen, die ihn zum Wurschtel machten und mißbrauchten, wurde er durch die YouTube- Veröffentlichung auch noch bloßgestellt, was ihn auch noch den Job kostete. Was die Mißbraucher zu heuchlerischer Empörung hinreißt. Ein infames Spiel.
ein wunderbares paradoxon: der, der ein fehlverhalten verurteilt, wird für die folgen des fehlverhaltens verantwortlich gemacht! gratulation an alle, die diese argumentation ohne gröberer kopfschmerzen zu stande bringen; sie haben den österreichertest klar bestanden.
ansonsten würde mich noch interessieren, wie die stimmung in der bim danach war. war man betroffen, belustigt, zustimmend? waren sie der einzige der sich aufgeregt hat? etc. etc. ... mfg
"ein(em) Fehlverhalten" und einem sich als unerbittlicher Blockwart aufspielen gibts aber schon noch einen Unterschied...!
Dass Ihnen das Verhalten dieses Schwarz Gerhards keine "Kopfschmerzen" bereitet zeigt eher, dass Sie den "Österreichertest klar bestanden" haben...!
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Verstehe ich voll und ganz! Ich finde Personen die Ihre Blockwartmentalität vertreten widerlich.
Klar war es kein sehr intelligenter Sager ... aber im Grunde ist es doch sch.... egal was über die Lippen eines Straßenbahnfahrers kommt.
Die Aktion zeigt nur daß manche Leute im Leben nicht gefordert sind um noch die Energie zu haben sich wegen so einem Blödsinn aufzuregen.
Ihre Dünkelhaftigkeit bezüglich der Strassenbahnfahrer ist unfassbar. Ab welchem sozialen Status ist es "nicht egal", was jemand sagt? Blockwartementalität äußert sich in der opportunistischen Anpassung und Anbiederung an den mainstream durch feige hinterhältige Denunziation zum eigenen Vorteil und nicht im Widerspruch dagegen. Weder in dieser Strassenbahn noch überhaupt kann ich Mut zum Widerspruch gegen Unakzeptables bei der Mehrzahl der passiven Mitläufer feststellen sondern eher eine Ansammlung von charakterlosen "Blockwarten". Zum Denunziantentum befragen Sie wohl eher den oder die Typen, die durch die YouTube Veröffentlichung für eine ungeheure Skandalisierung des Vorfalles sorgten.
Mehr ist zu Ihrer Geisteshaltung nicht zu sagen! Situationsabhängige Abwägung von Umständen ist wohl nicht Ihr Ding, Hauptsache linkslinke Stereotypen dreschen und sich im Gutmenschentum suhlen bis es so zum Himmel stinkt, dass es auch Ihnen auffällt. Erbärmlich!
das ganze scheint mir ein ziemlich dummer und ordentlich fehlgeschlagener versuch einer kabarettistischen einlage in alkoholschwangerem umfeld gewesen zu sein. die fristlose entlassung ist aus dieser sicht natürlich übertrieben. Dafür können sie ja aber nichts, wie ihnen hier ständig unterstellt wird. wie hätte die wiener linen sonst reagieren können, nachdem der vorfall publik wurde? so tun, als wäre nix passiert?
im gegenteil herr schwarz, ich halte ihre reaktion für richtig und notwendig, denn nicht alle finden den mut dafür!
bemerkenswert finde ich ebenfalls, wie hier in manchen posts probiert wird, anstatt den auspruch zu recht zu verurteilen, ihnen die alleinige schuld zu geben.
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