Guter Held, böser Held: Bringt Leben oder Tod in Eure Welt

26. Oktober 2008, 17:24
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Fable 2 schafft es Spielern eine Welt ohne moralische Grenzen zu präsentieren und reüssiert als einzigartiges Rollenspiel auf hohem Niveau

Peter Molyneuxs Traum von der Umsetzung einer dynamisch erzählten Abenteuergeschichte hat zwei Anläufe gebraucht. Im Jahr 2004 veröffentlichte er mit Fable das, was als ambitionierter Versuch gewertet werden darf. Fable 2 erscheint dieser Tage auf der Xbox 360 und schafft, wenn auch nicht in Perfektion, den Brückenschlag vom "Geschichte erzählen" zum "Geschichte schreiben".

Kleiner Held, große Auswirkung

In Fable 2 schlüpft man wahlweise in den Körper eines vom Schicksal gebeutelten Jungens oder Mädchens und entdeckt mit der Fantasie eines Kindes die "fabelhafte", kunterbunte Welt von Albion. Ein Hund begleitet einen, reagiert auf Befehle und beschützt. 

Die Zeit ist 500 Jahre vor den Ereignissen des ersten Teils angesiedelt. Mit einfachen Jobs schlägt man sich durch, hilft mal verloren gegangene Dokumente zu sammeln oder Ungeziefer zu verscheuchen. Doch so wie man als Kind allmählich zum Jüngling und dann zum Erwachsenen heranwächst, wächst auch die Welt rundherum mit. Stets hat man die Wahl seinen Weggefährten zu helfen oder sie im Stich zu lassen. Die Richtung ist nicht vorgegeben. Am Ende der Heldensaga kann ein König oder ein Tyrann stehen, eine Stadt in Angst leben oder Feste feiern - Fable 2 belohnt Spieler in beiden Fällen gleichermaßen.

Großes Experiment

Vier Jahre hat Molyneuxs Studio Lionhead an dieser Idee gesessen. "Fable 2 erkundet, was passiert, wenn ein Spiel typische Formen der Bestrafung (für nicht erfüllte Aufgaben) herausnimmt und nichts anderes tut, als Spieler von Anfang bis Ende zu belohnen", erklärt Christian Donlan, Spielekritiker bei Eurogamer. "Die Resultate sind beeindruckend" - der Humor dahinter britisch.

Als Held oder Heldin in Fable 2 erlernt man Fähigkeiten, Kampfstile, magische Kräfte und nutzt diese um an unzähligen, im malerisch gestalteten Albion, verstreuten Abteuern teilzuhaben. Jeder Dorfbewohner führt sein eigenes Leben, das über die virtuellen Jahre hinweg Spuren hinterlässt. Will man etwa auch im Spiel den Verzückungen des anderen Geschlechts nicht widerstehen und vergisst sich zu schützen, sind diese Spuren Kinder.

Gemeinsam

Die Entwickler integrierten auch die Möglichkeit gemeinsam vor dem Fernseher zu spielen, wenn auch in eingeschränkter Form. Als nettes Gimmick kann die Online-Funktion bezeichnet werden. Andere Spieler, die auch gerade in der virtuellen Welt herumirren können als leuchtende Bläschen angezeigt werden. Darüber lässt es sich dann kommunizieren und sogar Gegenstände lassen sich tauschen.

Nicht perfekt

Herauszustreichen sei besonders das gut gelungene Kampfsystem, betont Hilary Goldstein, Redakteurin bei IGN. "Das Kampfsystem ist großartig, Die Atmosphäre ist stellenweise exzellent, das Erfahrungssystem ist smart und es gibt viel zu tun."

Dennoch könne die Vielfalt mancher Orts auch überfordern, meint etwa Benedikt Plass-Fleßenkämper in seiner Rezension bei Gamepro.de. "Die Kamera zickt rum, die Menüs sind überladen, die Zauberanwahl könnte komfortabler sein, die langen Ladezeiten schlauchen."

Empfehlung

Doch wenn am Ende des Tages das Alter Ego sich in seine Gemächer zurückziehen muss, um sich für den nächsten Tag auszuruhen, geraten auch die technischen Macken in Vergessenheit. "Die große Liebe zum Detail kann Fantasy-Fans einfach nicht kalt lassen." (Zsolt Wilhelm, derStandard.at, 26.10.2008)

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Fable 2

  • Fable 2 ist am 24. Oktober für Xbox 360 erschienen.

    Fable 2 ist am 24. Oktober für Xbox 360 erschienen.

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