Deutscher Big Brother Award für Deutsche Telekom

25. Oktober 2008, 13:23
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Negativ-Auszeichnung für Bespitzelung von Aufsichtsräten und Journalisten

Die Deutsche Telekom hat die zweifelhafte Auszeichnung für ihr "rücksichtsloses Hinweggehen über geltende Gesetze und die Rechte ihrer Mitarbeiter, Kunden und über sie berichtenden Journalisten" erhalten. Der Preis ging Freitagabend in der Kategorie "Arbeitswelt und Kommunikation" an den deutschen Konzern.

Hunderttausende Datensätze ausgewertet

Die Telekom habe sich an Daten vergriffen, deren Verwendung zu Ermittlungszwecken nur mit richterlichem Beschluss möglich sei, wird Laudator Fredrik Roggan in Medien zitiert. Das Unternehmen habe hunderttausende Datensätze von Aufsichtsräten und Journalisten widerrechtlich ausgewertet, um herauszufinden wie vertrauliche Informationen an die Medien gelangen konnten. Telekom-Datenschützer Claus Ullmer, der den Award entgegennahm, erklärte, man habe bereits Maßnahmen getroffen, dass sich derartiges nicht wiederholen könne.

Bespitzelung und Erpressung

Der Spitzelskandal war im Mai dieses Jahres aufgeflogen. Kurz danach war bekannt geworden, dass ein ehemaliger Callcenter-Agent den Konzern mit gestohlenen Kundendaten erpresst habe. Dabei sollen 17 Millionen Kundendaten von der Mobilfunktochter T-Mobile gestohlen worden sein.

Wie der Spiegel nun berichtet, soll der Konzern selbst seine eigenen Mitarbeiter ausspioniert haben. Festnetz-Chef Timotheus Höttges hatte angekündigt, personelle Konsequenzen ziehen zu wollen, sobald die Verantwortlichen gefunden seien.

Internationale Awards

Die Big Brother Awards werden unter anderem auch in der Schweiz, Frankreich, Japan und den USA vergeben. Am Abend des 25. Oktobers werden auch die österreichischen Preisträger des Negativ-Awards bekannt gegeben. Nominiert sind unter anderem Steve Jobs, UPC und Innenministerin Maria Fekter (red)

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    Düstere Zeiten für die Deutsche Telekom

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