"Immenser Bilderfundus"

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    foto: derstandard.at

News-Chef Oliver Voigt verstehe, dass der Kalender aufgrund der Persönlichkeit Haiders "hinterfragungsfähig" sei"

"Der Leichnam von Jörg Haider kommt nicht zur Ruhe" , klagt "Österreich" in der Freitagausgabe. Ein Gutteil der Unruhe geht auf das Konto österreichischer Boulevardmedien. "So schön. So traurig", titelte "News" mit den hinterbliebenen Töchtern Haiders auf dem Cover.

Am Mythos bastelt die Illustrierte mit einem Produkt, das für Aufregung sorgt. Der Kalender zeigt Haider in zwölf Monaten in teils neckischer Pose: Mit nacktem Oberkörper, in Boxershorts mit weißem Rasierschaum und Nassrasierer.

"Hinterfragungsfähig"

Was man sich dabei gedacht habe? "Wir haben einen immensen Fundus an Bildern. Wir haben daraus eine Hommage an den verstorbenen, zweifellos umstrittenen, aber doch wichtigen Politiker gemacht" , sagt Oliver Voigt, Chef der News-Gruppe. Er verstehe aber, dass der Kalender aufgrund der Persönlichkeit Haiders "hinterfragungsfähig" sei, räumt Voigt im Gespräch mit dem STANDARD ein.

Auf "redaktionelle Unabhängigkeit" der Tochter verweist News-Mutter Gruner+Jahr. Zeitgleich dazu verliert News zwei Redakteurinnen. Zumindest eine davon, die leitende Leute-Redakteurin Christiane Tauzher bestreitet auf Anfrage jeden Zusammenhang mit dem Kalender. Sie verlässt "mit sofortiger Wirkung" den Verlag. Gerüchte, der Abschied habe mit dem Kalender zu tun, verneint sie.  (Doris Priesching, dER STANDARD; Printausgabe, 25./26.10.2008)

 

Ansichtssache
News" baut am Haider-Mythos mit - Info-Illustrierte bringt den "Jörg Haider Kalender 2009" heraus

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