Schreien bis zum Umfallen

24. Oktober 2008, 12:45
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Ablenkung hilft gegen Wutkrampf bei Kindern - Anfälle können bis zur Bewusstlosigkeit führen

Gegen Wutkrämpfe bei Kindern hilft nur Ablenkung. Schrei- oder Wutkrämpfe, auch respiratorische Affektkrämpfe genannt, sind anfallsartige Erscheinungen, bei denen das Kind schreit, vor Aufregung den Atem anhält, in seltenen Fällen sogar kurz bewusstlos werden kann und manchmal flüchtige krampfartige Zuckungen zeigt, wie der deutsche Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte erklärt.

"Diese Affektanfälle können Eltern nur verhindern, wenn sie vermeiden, dass sich das Kind extrem in eine Wut hineinsteigert, zum Beispiel indem sie es durch lautes Zurufen oder ungewohnte Geräusche ablenken", rät Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Nentwich.

Bis zu fünf Prozent aller Kinder zwischen sechs Monaten und sechs Jahren betroffen

Lebhafte, leicht reizbare oder auch jähzornige Kinder neigten zu solchen Wutkrämpfen. Eine familiäre Häufung sei möglich. Etwa zwei bis fünf Prozent aller Kinder zwischen sechs Monaten und sechs Jahren sind den Angaben zufolge von respiratorischen Affektkrämpfen betroffen. Die Anfälle hören demnach in der Regel spätestens bis zum Schulalter spontan auf und hinterlassen keine Schäden.

Eltern sollen Epilepsie ausschließen

"Bei einem Affektanfall verschließt sich die Stimmritze krampfartig, das Kind atmet nicht mehr und der Blutdruck sinkt. Der Sauerstoffmangel im Körper führt zu einer Blauverfärbung der Lippen beziehungsweise Haut. Im Gegensatz zu einem epileptischen Anfall schreit das Kind, bevor es eventuell kurzzeitig ohnmächtig werden kann", erklärt Nentwich. Eltern sollten eine Epilepsie ausschließen lassen.

Ruhe bewahren

Können Eltern den Anfall nicht abwehren, sollten sie das Kind auf eine Seite (stabile Seitenlage) legen und Ruhe bewahren. Nach einigen Sekunden bis Minuten kommt das Kind wieder zu sich. Die Anfälle sollten aber nicht Grund dafür sein, dass Eltern dem Kind dadurch übermäßige Aufmerksamkeit schenken und ihm keine Grenzen mehr setzen. Dadurch könne ein Teufelskreislauf entstehen, warnt Nentwich. (APA/AP)

  • Jähzornige Kinder neigen zu Wutanfällen. Für Eltern soll das aber kein Grund sein, dem Kind keine Grenzen mehr zu setzen.
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    Jähzornige Kinder neigen zu Wutanfällen. Für Eltern soll das aber kein Grund sein, dem Kind keine Grenzen mehr zu setzen.

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