
Der frühere Wiener Bürgermeister Helmut Zilk ist heute früh im Alter von 81 Jahren verstorben.
Wien - Der frühere Wiener Bürgermeister Helmut Zilk ist heute früh im Alter von 81 Jahren verstorben. Wie der Wiener Krankenanstaltenverbund der APA mitteilte, ist er im Wilhelminenspital "friedlich" einem Herzversagen erlegen
Wegen Infektion in Behandlung
In Behandlung begeben hat sich Zilk vor rund drei Wochen wegen einer Infektion, die er sich an seinem Urlaubsort in Portugal zugezogen hat. Laut dem behandelnden Arzt Kurt Huber hat er sich wahrscheinlich an einem Kaktus im Garten am Unterschenkel verletzt. Das habe sich infiziert, in Folge sei ein Abszess bei einem Lymphknoten in der Leistengegend entstanden, der letztlich operiert werden musste. Zur Nachbehandlung waren mehrere chirurgische Eingriffe nötig - der letzte Eingriff wäre für Freitag geplant gewesen.
Als Zilk am Freitagmorgen für die chirurgische Nachkontrolle vorbereitet werden sollte, hat er laut Huber darum gebeten, noch etwas schlafen zu dürfen. "Er ist offenbar im Schlaf verstorben und hat nichts davon mitbekommen, dass das Herz aussetzt", sagte Huber. Die um 7.00 Uhr begonnenen Wiederbelebungsversuche seien nach 20 Minuten erfolglos abgebrochen worden. Für die Ärzte sei der Tod überraschend gekommen und auch Zilks Verhalten in den vergangenen Tagen - etwa die Verabschiedung von seiner Frau am Donnerstag - habe auf keine "Todesahnung" schließen lassen.
Koller hatte Vorahnungen
Zilks Witwe Dagmar Koller gehe es "nicht gut, das kann man sich sehr gut vorstellen", sagte Huber. "Sie hat ja auch nicht damit gerechnet, dass etwas passiert. Sie hat schlecht geschlafen und Vorahnungen gehabt, es könnte was schief gehen, aber das war nicht das erste Mal", so der Arzt. Nach dem Tod Zilks habe man einen Freund verständigt, Koller habe "sehr gefasst" auf die Nachricht reagiert.
Seit etwa zweieinhalb Jahren war Zilk zweimal täglich auf Dialyse angewiesen. Im Urlaub habe er dafür eine hochmoderne Dialysestation nahe seines Aufenthaltsortes an der Algarve besucht, sagte Huber.
Die Ärztliche Direktorin des Wilhelminenspitals, Barbara Hörnlein, sprach der Familie Zilks ihr Beileid aus und bedankte sich für die Leistungen des langjährigen Wiener Altbürgermeisters.
Geboren wurde Helmut Zilk am 9. Juni 1927 im Arbeiterbezirk Favoriten. Er besuchte die Lehrerbildungsanstalt, ab 1947 war er Volks-, dann Hauptschullehrer und absolvierte parallel dazu das Studium der Pädagogik, Germanistik, Psychologie und Philosophie. 1946 wurde er Mitglied des Sozialistischen Lehrerverbandes, 1950 trat er der SPÖ bei. 1955 wechselte Zilk zum Rundfunk. Von 1967 bis 1974 war er Programmdirektor im ORF.
Erfolgreich in der Politik
Zilk war von 1983 bis 1984 sozialdemokratischer Unterrichtsminister und von 1984 bis 1994 Bürgermeister von Wien. Seine politische Laufbahn begann 1979 als Amtsführender Stadtrat für Kultur und Bürgerdienst - ein Amt, das er bis 1983 ausübte. Im Mai desselben Jahres wurde er als Bundesminister für Unterricht und Kunst in die damals neu gebildete österreichische Bundesregierung berufen. Im Zuge der Umbildung der Bundesregierung im September 1984 wurde Helmut Zilk zum Bürgermeister und Landeshauptmann von Wien gewählt. Er übte diese Funktion bis November 1994 aus. Seit seinem Ausscheiden aus der Kommunalpolitik war Dr. Zilk in verschiedenen Funktionen im wirtschaftlichen und medialen Bereich aktiv, unter anderem moderierte er im ORF die Sendung "Lebenskünstler".
Der ORF bringt ab 11.01 Uhr eine Sondersendung zum Tod Zilks. Zu Wort kommen unter anderen Bundespräsident Heinz Fischer, Bundeskanzler Alfred Gusenbauer und der Wiener Bürgermeister Michael Häupl. Live im Studio zu Gast ist der ehemalige ORF-Generalintendant Gerd Bacher. (APA/red)
ich habe seinen letzen ausflug in den journalismus nicht ertragen - es gab viele dinge die in seinem leben kritisiert wurden
aber er hat auf allen stationen seines lebens erfolg gehabt - erfolg auf der basis der freude und zufriedenheit seiner zuhörer und wähler. das ist glaube ich das höchste lob, das man einem menschen in seiner position aussprechen kann.
ich verdanke einer seiner leistungen, nämlich der umwidmung des alten AKH zu einem universtiätskampus indirekt einen der interessantesten jobs meines lebens - danke
ich habe nur noch einen wunsch : ich möchte - trotz aller zeitlichen nähe - keine vergleichende erwähnung eines bestimmten anderen politkers hier sehen - ich weiss es geht nicht aber ich darf es mir wünschen!
Errichtung des Denkmals gegen Krieg und Faschismus am Albertinaplatz, Ausbau der Wiener U-Bahn, Fertigstellung von AKH und SMZ Ost, Gründung eines Bürgerservices, Begründer des Vereins *Rettet den Stephansdom*.......
Dies sind nur einige der Leistungen die Helmut Zilk als Bürgermeister von Wien für die Stadt und deren Bewohner und Besucher erbracht hat.
Dafür möchten wir Helmut Zilk besonderen *DANK* aussprechen.
Ein aufrichtiges Beileid an seine Familie und engsten Freunde.
Helmut, du wirst uns fehlen!
am Wasser gebaut, aber ich habe immer eine hohe Achtung vor ihm und dem unter seiner Amtszeit erreichten Erneuerungen von Wien gehabt. Und mir tut Frau Zilk wirklich leid, dass sich die beiden geliebt haben, kann man wirklich nicht leugnen.
Am meisten Hochachtung habe ich vor seiner Haltung, als die Briefbombe sein Leben furchtbar veraendert hat.
Anfang der 90er (noch vor dem Attentat) den Haider zu sich gerufen:
"Kumm amoi her do, jetzt sog i da wos" gesagt und ihm minutenlang die Leviten gelesen. Haider kam kaum zu Wort und wechselte ständig seine Gesichtsfarbe. Er merkte genau, wer da der Chef war.
Ein imposantes Auftreten dieses mächtigen Mannes und das ohne Beisein der Medien. Bloß im kleinen Kreis der beiden Männer mit zufällig Mithörenden wie mich und noch ein paar. Seine Stimme war ja nicht besonders leise, auch wenn er sich damals darum bemühte.
Die Kommentare von User und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.