Sonys Gewinne werden Opfer der Krise

23. Oktober 2008, 17:43
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Prognose zweimal innerhalb von drei Monaten gesenkt - Vorbote schwacher Ergebnisse bei Elektronikkonzernen

Sony hat gestern, Donnerstag, seine Jahresgewinnprognose zum zweiten Mal innerhalb von nur drei Monaten drastisch gesenkt. Als Hauptgründe nannte Sonys Finanzchef, Nobuyuki Oneda, in Tokio den rasanten Höhenflug des Yen gegenüber US-Dollar und Euro und den erbitterten Preiskampf bei Flachfernsehern und Digitalkameras. Besonders groß sei das „Ausmaß der Schwierigkeiten" in den USA und Europa, sagte Oneda.

475 Milliarden Yen

Für das bis Ende März 2009 laufende Bilanzjahr dampfte Sony seine Prognose des Betriebsgewinns bei nahezu stabilen Absatz um 57 Prozent ein, auf nur noch 200 Milliarden Yen (1,6 Mrd. Euro). Voriges Jahr verdiente der Konzern vor Steuern noch 475 Milliarden Yen.

Sonys Gewinnwarnung ist ein schlechtes Omen für die Halbjahresbilanzsaison der japanischen Elektronikkonzerne, die kommende Woche beginnt. Denn die USA und Europa sind die Hauptexportmärkte der japanischen Elektronik- und Autohersteller. Besonders besorgniserregend ist für die Konzerne, dass der Euro gegenüber dem Yen seit Ende Juli ein Viertel seines Wertes verloren hat. Auch gegenüber dem Dollar steigt der Yen an. Durch einen stärkeren Yen schrumpfen bei der Wechselkursumrechnung die Umsätze und Gewinne in den Auslandsmärkten.

Flachfernseher und Digitalkameras sind die größten Sorgenkinder

Allein wegen der Yen-Stärke senkt Sony seine Gewinnprognose um 130 Milliarden Yen - und damit ist der Konzern noch optimistisch. Denn er legt für die zweite Jahreshälfte einen Euro-Yen-Kurs von 140 Yen zugrunde, während der Euro derzeit nur mit 125 Yen gehandelt wird.

Unter den Produkten sind Flachfernseher und Digitalkameras die größten Sorgenkinder. Sie sollen das Gewinnziel um 90 Mrd. Yen verfehlen. Denn ihr Absatz dürfte wegen der harten Folgen der Finanzkrise in den USA und Europa deutlich unter den Erwartungen, die Preissenkungen jedoch durch den immer härteren Kampf um Kunden über den Erwartungen liegen. Außerdem rechnet das Unternehmen damit, dass das Ergebnis seiner japanischen Finanzsparte durch den Börsencrash um 60 Milliarden Yen unter Plan bleibt.

Spiele

Die Lichtblicke sind die Spiele-sparte und die asiatischen Schwellenländer. Oneda erhöhte die Absatzprognose für die tragbare Spielkonsole PSP um eine Million auf 16 Millionen Stück. Er geht daher davon aus, dass die Spielesparte die Erwartungen erfüllen wird. Und in den Schwellenländern wachse der Umsatz weiterhin im zweistelligen Prozentbereich, sagte Oneda. (Martin Kölling aus Tokio, DER STANDARD Printausgabe 24. Oktober 2008)

 

 

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