Koizumi schreibt Brief an Saddam Hussein

27. Februar 2003, 13:48
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Diplomatische Offensive Japans

Tokio - Der japanische Ministerpräsident Junichiro Koizumi lässt ein Schreiben an den irakischen Präsidenten Saddam Hussein überbringen, in dem er zu einer friedlichen Lösung des Konflikts aufruft. Wie das Außenministerium am Donnerstag in Tokio bekannt gab, wird Vize-Außenminister Toshimitsu Motegi an diesem Samstag in den Irak aufbrechen, um den Brief zu übergeben. Japan hat um ein direktes Treffen seines Sondergesandten mit Saddam Hussein und Außenminister Naji Sabri gebeten. Motegi soll um Kooperation mit den UNO-Waffeninspektoren aufrufen, um einen Krieg zu vermeiden, hieß es.

Japans diplomatische Initiative zielt Medienberichten zufolge allerdings auch darauf ab, der öffentlichen Kritik im eigenen Lande an der Unterstützung der Regierung für das harte Vorgehen der USA und Großbritanniens in der Irak-Frage zu begegnen. In einer jüngsten Umfrage der Tageszeitung "Asahi Shimbun" sprachen sich mehr als drei Viertel der rund 3.700 befragten Personen gegen einen Irak-Krieg aus. 74 Prozent zeigten Unterstützung für die Haltung Deutschlands und Frankreichs, die UNO-Waffeninspektionen zu stärken und fortzuführen.

Die japanische Regierung hat zwar ihre Unterstützung für die von den USA, Großbritanniens und Spanien im UNO-Sicherheitsrat eingebrachte zweite Resolution deutlich gemacht. Zur Frage, ob Japan letztlich auch einen Waffengang gegen den Irak unterstützen würde, will sich die Regierung bisher aber nicht verbindlich äußern. Medien hatten unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, Tokio erwäge nicht, einen Krieg gegen den Irak zu finanzieren. Im Golfkrieg 1991 hatte sich Japan noch mit 13 Milliarden Dollar beteiligt. Die Verfassung verbietet Japan eine Beteiligung an direkten Kampfhandlungen. (APA/dpa)

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