Colt Telecom Austria will Richtung Gewinn segeln

27. Februar 2003, 13:17
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Nach einem massiven Kostensenkungs- und Stellenabbauprogramm

Die Colt Telecom Austria, Österreich-Tochter des börsenotierten britischen Telekomanbieters Colt Telecom, ist nach einem massiven Kostensenkungs- und Stellenabbauprogramm wieder auf Wachstumskurs. 2003 seien ein Umsatzplus von 10 Prozent und ein "deutlich positives Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA, Anm.) geplant", sagte Colt Telecom Austria-Chef Alfred Pufitsch gestern, Mittwochabend, bei einem Pressegespräch. Auch der Marktanteil soll weiter ausgebaut werden.

Wir waren seit Juni monatlich EBITDA-positiv und seit Dezember EBIT-positiv"

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2002 hat Colt Telecom Austria ein stärkeres Umsatzwachstum als die Gruppe und leicht bessere Ergebnisse als erwartet erzielt. Der Umsatz der Österreich-Tochter stieg um 18,6 Prozent auf 41,02 Mio. Euro, während der Gruppenumsatz um 13,9 Prozent auf 1,027 Mrd. Pfund (1,51 Mrd. Euro) wuchs. Der EBITDA-Verlust wurde in Österreich von minus 4 Mio. Euro auf minus 880.000 Euro verringert. "Wir waren seit Juni monatlich EBITDA-positiv und seit Dezember EBIT-positiv", betonte Pufitsch. Ursprünglich war das Unternehmen von einem positiven EBITDA erst im vierten Quartal 2002 ausgegangen.

Neue Kunden

Die Ergebnisverbesserung sei vor allem auf neue Kunden - u.a. Siemens Österreich - und die Neustrukturierung des Vertriebs zurückzuführen, sagte Pufitsch. Colt Telecom betreut in Österreich derzeit mit 72 Mitarbeitern rund 1.000 Kunden, 202 Gebäude hängen direkt am Colt-Netz. Ende 2001 hatte das Unternehmen noch 138 Mitarbeiter beschäftigt.

Der Glasfaserkabelmarkt sei noch immer von Überkapazitäten und Preisdruck geprägt, so Pufitsch. Nach der Marktkonsolidierung seien nun wieder viele entschuldete Unternehmen am Markt, die den Preisdruck als "Spielmittel" verwenden würden. Allerdings sei die Nachfrage nach Breitbandkapazitäten, die im Vorjahr gruppenweit um mehr als 30 Prozent gestiegen seien, weiterhin im Wachsen. Das laufende Verschwinden von alternativen Telekomunternehmen vom Markt sieht Pufitsch negativ: "Jeder Abgang im Markt verunsichert den Endkunden."

Angeschlossen

Colt habe 2002 alle Landeshauptstädte Österreichs bis auf Bregenz an sein Netz angeschlossen. Der Netzausbau sei damit - bis auf die für heuer geplante Netzanbindung von Bregenz und einiger zusätzlicher Schleifen in Wien - vorerst abgeschlossen.

Die börsenotierte Colt Telecom-Gruppe mit Sitz in London ist in 13 europäischen Ländern mit 32 Glasfaser-City-Netzen tätig. Am Colt-Netz hängen mehr als 9.000 Kundengebäude. Heuer will das Unternehmen von London aus nach Osteuropa expandieren und seine Netze weltweit an die USA und den Fernen Osten anbinden.(APA)

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