Mehr Festnahmen

28. Februar 2003, 17:51
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60 von 700 Demonstranten verhaftet - Anzeigen wegen Landfriedensbruchs - Alles in allem verlief die Demo aber recht friedlich

Wien - 60 aus 700 - so lautet verkürzt die Bilanz der Wiener Polizei zur Opernballdemonstration 2003. 700 Teilnehmer zählten die Beamten beim Protestzug von Museumsquartier zur Kärntnerstraße, 60 Menschen wurden gegen Mitternacht vorläufig festgenommen. Damit griff die 1400-köpfige Staatsmacht härter durch als noch im vergangenen Jahr: Damals gab es nur zwei Festnahmen. Zwei Demonstranten und vier Polizisten mussten heuer verarztet werden.

Am meisten unter der großteils friedlichen Kundgebung litten wohl die Grünstreifen im Bereich Karlsplatz-Getreidemarkt. Ab 21.30 Uhr zündeten die Demonstranten dort insgesamt drei Lagerfeuer an, als Brennstoff verwendeten sie Reisigabdeckungen für winterschlafende Grünpflanzen.

Gegen 23 Uhr hatte die Exekutive die Grüninseln eingenommen und die Lagerfeuerromantik beendet, dann eskalierte die Situation kurzfristig. Mehrere Gruppen von Demonstranten beschädigten nach Polizeiangaben abgestellte Fahrzeuge, auch Altpapiercontainer wurden in Brand gesteckt.

Die Polizei setzte massive Kräfte ein, die Verdächtigen wurden eingekesselt. Mehrere Dutzend Beteiligte wurden durchsucht, 60 festgenommen. Dem Großteil von ihnen droht eine Anzeige wegen Landfriedensbruch, dreien wird Sachbeschädigung vorgeworfen. (moe/DER STANDARD, Printausgabe, 1./2.3.2003)

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    Die 1400-köpfige Staatsmacht griff heuer härter durch als im letzten Jahr: Damals gab es nur zwei Festnahmen

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    Einige der TeilnehmerInnen setzten bei der Demonstration gegen den Ball der Bälle offenbar auf "Feuer". Großes Aufsehen erregte ein in Brand gesteckter, zwei mal 1,20 Meter großer Panzer aus Pappe. Die Polizei kesselte daraufhin die Aktivisten ein.

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