UNO-Inspektoren im Irak suchen sechs Anlagen auf

27. Februar 2003, 12:40
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Irak blieb Beweise für Vernichtung von Kampfstoffen bisher schuldig

Bagdad - Inspektoren der UNO-Waffenkontrollmission im Irak (UNMOVIC) und der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) haben heute, Donnerstag, sechs Anlagen und Einrichtungen untersucht. Dies teilte das irakische Direktorat für die Zusammenarbeit mit den Inspektoren in Bagdad mit. Ein Expertenteam für biologische Waffen begab sich zum vierten Mal in der Folge zur Entsorgungsstätte Al Aziziyah, die rund 100 Kilometer südöstlich von Bagdad liegt. Nach Angaben des Iraks wurden dort im Sommer 1991 157 Flugzeugbomben vom Typ R-400 vernichtet, die mit den biologischen Kampfstoffen Anthrax, Botulinum und Aflatoxin gefüllt waren.

Die von den irakischen Verantwortlichen behauptete einseitige Vernichtung von großen Mengen biologischer und chemischer Kampfstoffe ist umstritten. Die UNO-Inspektoren verlangen einen Nachweis, den der Irak unter Hinweis auf nicht vorhandene Dokumentationen bislang schuldig blieb. In Al Aziziyah führen die Iraker seit dem 19. Februar Grabungen durch, um den Nachweis der Zerstörung der R-400-Bomben durch Überreste und Bodenproben zu erbringen.

UNMOVIC- und IAEO-Inspektoren besuchten am Donnerstag unter anderen noch ein privates Raketenbau-Planungsbüro in Bagdad, eine veterinärärztliche Einrichtung in Al Taji (20 Kilometer nördlich von Bagdad) und die frühere Chemiekampfstoff-Fabrik Muthanna bei Samarra (100 Kilometer nordwestlich von Bagdad). (APA/dpa)

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