Furcht um Elefanten-Bestand

27. Februar 2003, 11:37
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Zum Teil erlaubter Verkauf von Elfenbein aus Lagerbeständen führt in Kenia zum Wiederaufflammen von Wilderei

Nairobi - Der bei der Artenschutz-Konferenz im November in Santiago de Chile gefasste Beschluss, Südafrika, Namibia und Botswana den Verkauf von Elfenbein-Lagerbeständen zu erlauben, hat in Kenia zu höchster Alarmstimmung geführt. Die Umweltbehörden des Landes fürchten um den Elefanten-Bestand.

Die schon im November geäußerten Befürchtungen von Umweltschützern, dieser Beschluss würde auch auf den illegalen Handel fördern und das Wiederaufflammen von Wilderei zur Folge haben, treffen für Kenia offenbar zu. 33 Stoßzähne, die nach Äthiopien hätte geschmuggelt werden sollen, wurden vor wenigen Tagen von Mitarbeitern der kenianischen Umweltschutzbehörde beschlagnahmt.

Gefahr

"Dieser Fall unterstreicht die Gefahr, die durch den wieder gestatteten internationalen Elfenbein-Handel entsteht", sagte der neuen kenianische Umweltminister, Newton Kulundu. Nach Angaben der Tageszeitung "The East African Standard" sieht er die aus schätzungsweise 27.000 Tiere bestehende Elefanten-Population des Landes in Gefahr. Allein im vergangenen Jahr wurden 22 Tiere von Wilderern getötet. "Diese Zahl wird auf Grund der zunehmenden Nachfrage nach Elfenbein steigen", warnte der Politiker.

Kenia will nun für die Wiedereinführung eines totalen Handelsverbots für Elfenbein eintreten, das im internationalen Artenschutzabkommen (Cites) grundsätzlich festgelegt ist. Um im Kampf gegen die Wilderer besser gerüstet zu sein, sollen die Ranger in den kenianischen Nationalparks nun unter anderem mit moderneren Schusswaffen ausgerüstet werden. (APA)

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    Eine Gruppe afrikanischer Elefanten badet im Tsavo-Nationalpark in einem Wasserloch - um ihren Bestand wird nun gefürchtet.

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