Castro will sich von Chinas Wirtschaftsreformen inspirieren lassen

27. Februar 2003, 10:28
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Herzlicher Empfang für Kubas Staatschef in Peking

Peking - Der kubanische Präsident Fidel Castro will sich von den marktwirtschaftlichen Erfahrungen Chinas inspirieren lassen. Kubas Wirtschaft habe insbesondere wegen der Auswirkungen der internationalen Politik mit Schwierigkeiten zu kämpfen, zitierte ihn am Donnerstag die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. Castro, der am Vortag vom Blockfreien-Gipfel in Kuala Lumpur kommend zu einem viertägigen Staatsbesuch in Peking eingetroffen war, sagte vor der Presse, es sei ihm "ein wenig unangenehm" gewesen, als sich Staatspräsident Jiang Zemin bei ihm nach der gegenwärtigen ökonomischen Lage in Kuba erkundigt habe.

"Es war mir ein wenig unangenehm, diese Frage zu beantworten, weil die Situation in China so ausgezeichnet ist", sagte der kubanische Staats- und Parteichef. "Aber seien sie unbesorgt, ich glaube ehrlich, dass die Situation in unserem Land exzellent ist", fügte er hinzu. Die bilateralen Beziehungen zwischen Kuba und China hätten eine "sehr gute Basis". Castro war zuletzt vor acht Jahren in China. Er erwidert einen Besuch von Jiang Zemin im April 2001 in Kuba.

Kuba hatte die Volksrepublik China 1960 als erstes lateinamerikanisches Land anerkannt. Kurz darauf hatte der damalige Präsident Osvaldo Dorticos (Castro war zunächst Regierungschef) China besucht. Nach dem Bruch zwischen China und der UdSSR waren die kubanisch-chinesischen Beziehungen drei Jahrzehnte gespannt. Erst nach der Normalisierung des Verhältnisses zwischen Peking und Moskau und dem Besuch von Präsident Michail Gorbatschow in China 1989 verbesserten sich auch die Beziehungen zwischen Peking und Havanna. (APA)

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    Dicke Freunde: Fidel Castro und Jiang Zemin

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