Saddam-Interview: US-Präsidialamt fordert eigenen Kommentar

27. Februar 2003, 09:12
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Es sei wichtig anzuerkennen, dass "der Irak Propaganda betreibt", so Fleischer

Das US-Präsidialamt hat kritisiert, dass der Fernsehsender CBS bei der Ausstrahlung eines Interviews mit Iraks Präsident Saddam Hussein US-Regierungsvertretern keine Möglichkeit zu Kommentaren einräume. "Es erscheint merkwürdig, dass sie dem Präsidialamt keine Stimme geben wollen", sagte der Sprecher des Amtes, Ari Fleischer, am Mittwoch. Der Sender verwies dagegen auf sein Angebot, US-Präsident George W. Bush, sein Stellvertreter Dick Cheney oder Außenminister Colin Powell dürften die Äußerungen Saddams gern in der Sendung kommentieren.

Das US-Präsidialamt hatte dagegen Fleischer als Vertreter angeboten, um darzulegen, was der US-Regierung zufolge Propaganda, Lügen und unverantwortliche Äußerungen Saddams sein würden. Es sei wichtig anzuerkennen, dass "der Irak Propaganda betreibt", um nicht eine "moralische Gleichsetzung zwischen einem Diktator und einer Demokratie" zu machen, sagte Fleischer.

Als erster US-Journalist seit 13 Jahren hatte CBS-Reporter Dan Rather am Montag Saddam interviewt. Das Interview soll in den USA am Mittwochabend (Donnerstag 2 Uhr MEZ) ausgestrahlt werden. In US-Regierungskreisen wurde kritisiert, das Interview sei unter Bedingungen aufgenommen worden, die bei Interviews mit Bush nicht akzeptiert werden würden. So habe das irakische Fernsehen die Filmarbeiten übernommen und eine Übersetzung zur Verfügung gestellt. Eine CBS-Sprecherin sagte dagegen, der Sender habe zusätzlich eine eigene Übersetzung gemacht. (APA/Reuters)

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