dm hält Diskonter auf Distanz

23. Oktober 2008, 12:21
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Die Drogeriemarkt-Kette lässt sich von der abschwächenden Konjunktur nicht beirren und steigerte den Gewinn um 20 Prozent auf 89 Millionen Euro

Wien - Die Drogeriemarkt-Kette dm lässt sich von der abschwächenden Konjunktur nicht beirren. Das Expansionstempo werde beibehalten, auch wenn sich in einzelnen Märkten Projekte verzögerten. Von einer Konsumzurückhaltung sei nur wenig zu spüren, sagt Unternehmenschef Günter Bauer. Der Umsatz habe Rekordniveau erreicht:2007/08 - Stichtag ist 31. September - gab es in Österreich, Deutschland und Osteuropa ein Plus von 13 Prozent auf 4,7 Mrd. Euro. Wachstumsmotor sind die neuen Ost-Märkte.
Über Gewinne hält sich dm bedeckt. In der dem Standard vorliegenden Bilanz 2006/07 weist die Gruppe ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 112,9 Mio. Euro auf, um 20 Prozent mehr als im Jahr davor. Der Jahresüberschuss stieg zugleich von 74 auf 89 Mio. Euro, der Bilanzgewinn legte von acht auf zwölf Mio. Euro zu.
In Deutschland halte dm als die Nummer zwei hinter Schlecker 21 Prozent des Marktes. Die Flächenproduktivität sei mit 6576 Euro pro Quadratmeter die höchste in der Branche. Der Drogeriemarkt in Ös-terreich stagniert seit vier Jahren. dm sichere sich, gemessen am Umsatz, 35 Prozent des Geschäfts, die Liquidität hat sich verbessert, geht aus der Bilanz hervor. Die Expansion werde aus dem Cashflow bezahlt. Anders als in Österreich und im Osten würden Warenvorräte in Deutschland allein über Lieferanten finanziert. Längere Zahlungsziele erhöhten den Finanzierungsüberschuss aus den Vorräten.
dm hat im Osten und in Österreich zuletzt 99 neue Standorte eröffnet, vor kurzem erfolgte der Einstieg in Rumänien, der Start in Bulgarien ist im Jänner geplant. Heuer und 2009 nimmt Bauer für die Expansion gut 95 Mio. Euro in die Hand. Eine Verlagerung zu Diskontern beobachte er nicht, meint er, dm verzeichne allerdings bei günstigeren Eigenmarken zweistelliges Wachstum. Die Drogeriemarkt-Kette hat in Österreich neben deutschen österreichische Eigentümer: Spar ist zu 32 Prozent beteiligt, auch Familie Bauer hält Anteile. (Verena Kainrath, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 24.10.2008)

 

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    Die Drogeriemarktkette dm konnte im Geschäftsjahr 2007/2008 ihren Expansionskurs erfolgreich fortsetzen.

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