Weltfinanzgipfel-Teilnehmer beziehen Positionen

14. November 2008, 07:11
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UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon warnte vor dem heutigen Beginn des Finanzgipfels, es dürfe keine Tragödie für Millionen Menschen werden - Japan will IWF Milliarden zur Verfügung stellen

New York - Kurz vor Beginn des Weltfinanzgipfels hat UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon hat an die Teilnehmer appelliert, aus der Finanzkrise nicht eine "menschliche Tragödie" werden zu lassen. Wenn Hunderte von Millionen Menschen ihren Lebensunterhalt verlören und ihre Zukunftshoffnungen einbüßten, würde das Ausmaß der Krise über die Wirtschaft hinausgehen, schrieb der UNO-Generalsekretär am Donnerstag an die Gipfelteilnehmer.

US-Präsident George W. Bush hat Vertreter der 20 größten Industriestaaten und wichtigsten Schwellenländer zu Beratungen nach Washington eingeladen. Ban wies darauf hin, dass mehr als 170 Länder dort nicht vertreten seien. Er werde versuchen, ihnen bei dem Gipfeltreffen eine Stimme zu verleihen.

Es sei dringlicher, die Auswirkungen der Krise für die Ärmsten der Welt zu lindern, als internationale Institutionen wie die Weltbank oder den Internationalen Währungsfonds (IWF) zu reformieren, erklärte der UNO-Generalsekretär. Er rief die Teilnehmerstaaten dazu auf, keine protektionistischen Maßnahmen zu ergreifen.

Positionen bezogen

Die Teilnehmer des Finanzgipfels bezogen indes bereits ihre Positionen. Der französische Präsident und amtierende EU-Ratspräsident Nicolas Sarkozy kündigte an, die Vorherrschaft des Dollar im Weltwährungssystem infrage stellen zu wollen.Der Dollar dürfe nicht länger "als die einzige globale Währung" betrachtet werden, so Sarkozy. Der britische Premier Gordon Brown sich für eine weltweite Abstimmung von Konjunkturprogrammen aus Steuersenkungen und mehr öffentlichen Ausgaben aus. International abgestimmte Finanzimpulse hätten die größte Wirkung, betonte Brown, der auch eine Wiederbelebung der Gespräche zur Liberalisierung des Welthandels ("Doha-Runde") forderte, weil dies das Vertrauen in die Weltwirtschaft stärken würde.

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel forderte ein dichtes Überwachungsnetz für das Finanzsystem. "Es darf keine blinden Flecken mehr geben, in deren Schutz sich Risiken unbeobachtet aufbauen", sagte sie. Rückendeckung erhielt sie vom russischen Präsidenten Dmitri Medwedew, der beim Gipfel einen Acht-Punkte-Plan zur Finanzreform vorlegen will. Russland wolle mit der EU für eine neue Weltfinanzordnung an einem Strang ziehen, sagte Medwedew. US-Präsident George W. Bush dämpfte jedoch am die Erwartungen an den Gipfel: "Staatliche Eingriffe sind kein Allheilmittel", betonte er.

Japanische Rettung für Staaten

Japan kündigte vor dem Gipfel an, dem IWF Darlehen in einer Größenordnung bis 100 Milliarden Dollar (80 Milliarden Euro) bereitstellen. Mit dem Geld sollten Rettungspläne für Staaten finanziert werden, die in der Finanzmarktkrise in Schwierigkeiten gekommen seien. Dieses Angebot werde Ministerpräsident Taro Aso bei Weltfinanzgipfel in Washington unterbreiten, hieß es am Freitag aus Regierungskreisen. Der IWF hat unter anderem Mittel für Island, Ungarn und die Ukraine bereitgestellt.

Argentinien, Brasilien und Mexiko erklärten nach einem Treffen von 23 lateinamerikanischen Staaten, sie würden sich in Washington dafür einsetzen, dass die Entwicklungsländer ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt bekommen.

Das Treffen der Staats- und Regierungschefs beginnt am Freitagabend. Bei der zweitägigen Konferenz sollen die Ursachen der Finanzkrise analysiert und Prinzipien für eine Reform aufgestellt werden. Die Finanzminister sollen damit beauftragt werden, bis Ende März nächsten Jahres konkrete Vorschläge zu erarbeiten, über die dann auf einem zweiten Gipfeltreffen beraten wird.

Die "Gruppe der 20" repräsentiert zwei Drittel der Weltbevölkerung und fast 90 Prozent der Weltwirtschaftskraft. An dem Treffen nehmen auch die Spitzen von Weltbank, Internationalem Währungsfonds und Forum für Finanzstabilität sowie UNO-Generalsekretär Ban teil. Bushs Nachfolger Barack Obama wird nicht mit am Verhandlungstisch sitzen. Er schickt seine Beraterin, die frühere US-Außenministerin Madeleine Albright. (APA/AP/dpa)

 

 

 

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    UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon

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