Moskau bringt Bewegung im Streit um Nagorny-Karabach

21. Oktober 2008, 19:37
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Medwedew in Eriwan - Armenien und Aserbaidschan zu Friedensgesprächen eingeladen

Eriwan - In den erbitterten, jahrzehntealten Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan um die Kaukasusregion Nagorny(Berg)-Karabach ist Bewegung gekommen. Der russische Präsident Dmitri Medwedew erklärte am Dienstag bei einem Besuch in Armenien, er werde als Gastgeber Friedensgespräche zwischen den beiden verfeindeten Nachbarn vermitteln. Die Gespräche zwischen den Konfliktparteien hätten ein fortgeschrittenes Stadium erreicht, beide schienen bereit, nach einer Lösung zu suchen. Details zu den Verhandlungen und einen Zeitpunkt für die Gespräche nannte Medwedew nicht.

Nagorny-Karabach wird mehrheitlich von Armeniern bewohnt, liegt aber in Aserbaidschan, zu dem es völkerrechtlich seit Sowjet-Zeiten gehört. 1992 erklärte das Gebiet mit militärischer Unterstützung der Republik Armenien die Unabhängigkeit. Der folgende, 1994 beendete Krieg der beiden Ex-Sowjetrepubliken um die Region kostete 30.000 Menschen das Leben. Mehr als eine Million ethnische Aserbaidschaner wurden in die Flucht getrieben.

Russland unterhält enge Beziehungen zu Armenien und verfügt dort über eine Militärbasis. Armenien ist weithin von Russland abhängig. Die Türkei hält ihre Grenze zu Armenien seit dem Karabach-Konflikt geschlossen. In jüngster Zeit bemühte sich Moskau, sein Verhältnis zu Aserbaidschan zu verbessern, das über große Erdölvorkommen verfügt. Der Westen wiederum baut in seiner Energiepolitik auf Aserbaidschan; eine wichtige Öl-Pipeline führt von der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku über Tiflis in Georgien nach Ceyhan an der türkischen Mittelmeerküste. (APA/AP)

 

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