Künstler und Wissenschafter gegen Präsidenten-Wahl Grafs

21. Oktober 2008, 12:07
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Offener Brief an Abgeordnete von SPÖ, ÖVP und Grünen - Burschenschaft Olympia sei "ein Zentrum des Rechtsextremismus"

Wien - Gegen die geplante Wahl des FPÖ-Politikers Martin Graf zum Dritten Nationalratspräsidenten hat sich nun außerhalb des Parlaments prominenter Widerstand gebildet. Ein Komitee bekannter Künstler und Wissenschafter hat sich zusammengefunden, um die Abgeordneten von SPÖ, ÖVP und Grünen in einem Offenen Brief aufzufordern, Graf nicht zum Nationalratspräsidenten zu wählen.

Das Komitee begründet seine Initiative mit der Mitgliedschaft Grafs bei der Burschenschaft "Olympia", die laut Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes "ein Zentrum des Rechtsextremismus" sei. Auch wenn sich Graf "in einer gewundenen Erklärung" vom Nationalsozialismus distanziert habe, zu den Aktivitäten seiner Burschenschaft, zu ihren Vortragenden, Liedern und Sprüchen, habe er bisher keinerlei Distanz gefunden. Ganz im Gegenteil: Graf bekenne sich nach wie vor zu den Traditionen und der deutschtümelnden Ideologie der "Olympia". "Für das Amt eines Nationalratspräsidenten fehlt es Martin Graf an einer unzweifelhaft antinazistischen Gesinnung", heißt es in dem Offenen Brief.

Unterzeichnet ist er u.a. von von den Künstlern Franzobel, Klaus Bachler, Karlheinz Hackl, Josef Haslinger, Eva Menasse, Robert Menasse, Doron Rabinovici, Robert Schindel, Elfriede Jelinek, Karl-Markus Gauß, Thomas Glavinic und Marlene Streeruwitz sowie den Wissenschaftern Anton Pelinka und Fritz Hausjell. (APA)

  • Die Schriftsteller Robert Schindel und Marlene Streeruwitz unterschrieben den offenen Brief an die Parlamentsparteien.
    fotos: standard/ urban, corn

    Die Schriftsteller Robert Schindel und Marlene Streeruwitz unterschrieben den offenen Brief an die Parlamentsparteien.

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