Bunte "Lebensbilder" als Vorbilder

21. Oktober 2008, 12:14
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Um die Sichtbarmachung von Frauen in Forschung und Technologie geht es in einer neuen Broschüre von fforte

Wien - Es gibt erfolgreiche Frauen in Forschung und Technologie - doch sie müssten sichtbarer sein, um anderen Frauen und Mädchen den Weg in die Forschung und deren Führungsebenen näher zu bringen. Darin waren sich Staatssekretärin Christine Marek (V), die Geschäftsführerin der Forschungsförderungsgesellschaft FFG Henrietta Egerth und Erika Jensen-Jarolim, Leiterin des Instituts für Pathophysiologie der Medizinischen Universität Wien (MUW), am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien einig. Eine Reihe von weiblichen Vorbildern stellt die im Auftrag des Wirtschaftsministeriums unter dem Frauenförderungsprogramm "w-fForte" erstellte Broschüre "Lebensbilder von Frauen in Forschung und Technologie" vor.

Verschiedenartigkeit

Auf rund 160 Seiten werden hier 40 Forscherinnen, Erfinderinnen, Unternehmensgründerinnen und Managerinnen in Naturwissenschaft, Technik und Technologie in Bild und Text porträtiert. Die Bandbreite ihres Alters und ihrer Tätigkeit ist groß. So findet sich unter den Lebensbildern etwa auch die Elefantenforscherin Angela Stöger-Horwath oder die Polarforscherin Birgit Sattler, aber auch die Architektin Elsa Prochazka sowie die Kunstwissenschafterin und Hightech-Modedesignerin Sabine Seymour. Als Einleitung der Broschüre diskutieren "führende Expertinnen", die Nationalratspräsidentin Barbara Prammer, die Rektorin der Universität für Bodenkultur Ingela Bruner und die Technikforscherin Tanja Paulitz, wie Rollenklischees überwunden werden können.

Selbstkritik und Coaching

Bei der Broschüre sei es darum gegangen, "Bilder von Forscherinnen und Technikerinnen neu zu zeichnen", so Egerth. Man müsse von dem Bild des weißen Laborkittels wegkommen und die Vielfalt an Segmenten im Bereich der Natur-, Ingenieurswissenschaft und Technik aufzeigen, in denen Frauen tätig sind. Neben dem gesellschaftlichen Problem der Rollenklischees verwies die selbst im Buch porträtierte Jensen-Jarolim u.a. auf den "Überhang von Selbstkritik" bei Frauen, der sie damit zurückhaltender agieren lasse als die männlichen Kollegen. Um Frauen in ihren hart erkämpften Positionen zu stärken, brauche es auch ein "Coaching". Als eine zentrale Herausforderung für die kommende Legislaturperiode bezeichnete Marek die Förderung und Forcierung von Frauen in Spitzenpositionen. (APA)

 

 

Broschüre

Die Publikation "Lebensbilder von Frauen in Forschung und Technologie" kann unter www.w-fforte.at kostenlos bestellt werden.

  • Frauen in der Forschung gibt es viele, auch sehr erfolgreiche, nur sichtbarer sollten sie werden.
    Foto: AP/Elizabeth Dalziel

    Frauen in der Forschung gibt es viele, auch sehr erfolgreiche, nur sichtbarer sollten sie werden.

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