Offener Brief gegen Martin Graf

21. Oktober 2008, 12:09

KünstlerInnen und WissenschafterInnen äußerten sich in Form eines Offenen Briefs gegen die Wahl Grafs zum Dritten Nationalratspräsidenten

Der Volltext dieses auf Agenturmeldungen (z. B. APA und REUTERS) basierenden Artikels steht aus rechtlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung.
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torch 
03.11.2008 10:13

Was ist das gegen die Ikone Karl Renner ?

Gab für die Abstimmung über den Anschluss an D vom 10. April 1938 aus eigenen Stücken öffentlich eine Empfehlung für ein "Ja" zu Deutschland ab, obwohl klar zu sehen war, dass es sich nicht gerade um ein "Friedensprojekt" handeln wird.

Dafür gibt es das Dr.-Karl-Renner-Institut als Träger der der politischen Bildungsarbeit der SPÖ, das gibt mir zu denken, seit ich davon im Geschichtsunterricht erfahren habe...

Der Barbier von Sevilla
22.10.2008 16:48
Graf: DÖW ist linksextrem

Martin Graf führt auf seiner Hompage Links zu "linksextremer Propaganda" an. Einer davon führt zum Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands.

Das DÖW ist überparteilich und hält das Andenken an jene hoch, die ihr Leben für die Freiheit Österreich eingesetzt haben.

Wer wie Graf diese Organisation derart herabwürdigt, ist einfach nicht geeignet für eines der höchsten Ämter der Republik.

lord sinclair
22.10.2008 13:47
wäre ich künster,

würde ich auch unterschreiben.

aber auch so: meine unterstützung damit bekundet.

El Bulli
22.10.2008 09:14
nicht dass martin graf für mich der ideale repräsentant eines demokratischen parlaments ist

(auch wenn er meines wissens nach nie etwas anti-demokratisches von sich gegeben hat) und natürlich sind die olympen nicht unproblematisch - aber die unterzeichner sind doch die üblichen verdächtigen, die sich wiederum kaum daran stoßen würden, wäre graf mitglied bei der gruppe revolutionärer marxisten. also was solls?

Truhe   
22.10.2008 11:27

Wirds jetzt nicht langsam auch dem fanatischsten Hoover/McCarthy Kommunistenhetzer zu öde in Österreich immer noch nach Linken zu suchen?

El Bulli
22.10.2008 15:03

die muss man nicht lange sucher. zeigen sich eh immer öffentlich.
ich finds nur seltsam, wenn etwa langlährige kpö-mitglieder glauben, als moralische instanz auftreten und über die politische gesinnung anderer urteilen zu können.

Truhe   
22.10.2008 15:33

Aber sie dürfen, ja?

Macchiavelli2
22.10.2008 15:47
ja, ja, truhe,

"dürfen" darf man viel in diesem Land: sogar ungestraft die Büsten kommunistischer Massenmörder beim Donauturm aufstellen, aber da schweigen sie beredt, die üblichen berufsmäßigen Bedenkenträger. Offenbar sind die abgemurksten Latinos eh nix wert.

Truhe   
22.10.2008 17:25
Jaja Büsten, Massenmörder und Co. Wenn ich mir ansehe was da so herumsteht,

die diversen Reiterstandbilder, Radetzky, Schwarzenberg, Pronz Eugen, Traun wird grad renoviert usw. usf.
Alles Massenmörder, aber natürlich legitimiert weil in Uniform und rasiert.
Ich persönlich hätte auch gern auf den Che verzichtet, aber gut, Freiheitskämpfer oder Massenmörder, Feldherr oder Bestie, die Meinungen gehen da durchaus auseinander.
Nur was die Büste eines Toten Revolutionärs mit dem Amt eines lebenden Rechtsradikalen zu tun hat oder wie sie zum Argument gegen das Recht auf freie Meinungsäusserung verwandt werden kann, kann ich jetzt nicht wirklich nachvollziehen. Wenn eine Che-Büste das einzige ist was Österreich von der "extremen" Linken zu befürchten hat, dann sollten wir wahrlich panisch schlottern vor ihnen.
Äpfel und..

Macchiavelli2
23.10.2008 12:15
Möge doch die Truhe

verschlossen bleiben. Es bleibt Ihnen ja unbenommen, den nachweislichen Massenmörder in einen Freiheitskämpfer ( tolle Freiheiten, die die Cubaner so in den letzten Jahrzehnten hatten, ungefähr so toll wie im Land des Freiheitshelden und geliebten Führers Kim ) umzustilisieren. Allerdings schon ein bisserl debil die Reiterstatuen der vorigen Jahrhunderte, die dem damaligen historischen Verständnis entsprungen sind, mit heutigen Götzenbildnissen zu vergleichen.

Truhe   
23.10.2008 16:45

Ok die Argumentation ist dürftig, aber dieses lächerliche an den Haaren herbeiziehen und konstruieren einer extremen Linken in Österreich ist derartig absurd und so offensichtlich billigst dass sich einem die Nackenhaare aufstellen.
Wer als Rechtswähler nicht verträgt dass man ihn darauf hinweist dass in seinem ach so tollen Verein ideologische Schimmelpilze wie Graf wuchern dürfen der sollte sich einfach mal fragen was er da heranzüchtet anstatt hysterisch noch mehr Feindbilder und Sündenböcke zu erfinden.

Die Truhe bleibt offen und behält sich vor weiter zu beissen.

Macchiavelli2
24.10.2008 08:30
Truhen sind aus Holz

und folgerichtig beissen sie nicht. Ihnen ist das Schimmeln, Modern, schlicht das Verrotten vorbehalten. Beissen kann höchstens der schwarze Hund, auf den man kommt, wenn die Truhe leer ist *g*.
Sie haben mich, scheint's, missverstanden. ich habe nie behauptet, es gäbe eine besorgniserregende extreme Linke in unserem Landl. Es gibt aber durchaus einen gewissen Bodensatz der Linken und sonstigen üblichen Verdächtigen, die bei allen linken Rülpsern geil glänzende Augen bekommen, so wie eben auch der HC und seine Kumpane, wenn sie die Reichskriegsflagge sehen. Mit anderen Worten, sie sind alle gleich. Graf des Jahres 2008 halte ich für ebenso unbedenklich wie den ehemaligen Trotzkisten Peter Pilz.

sociovation
22.10.2008 08:56
Ein Mensch

der die Nation Österreich bekämpft kann nicht Präsident in einem österreichischen Parlament werden.
Ich erwarte von Mitgliedern des Parlaments, dass sie wenigstens dieses Mindestmaß an Patriotismus zeigen und Herrn Graf nicht wählen.

Quintus Beckloeffel 
22.10.2008 13:29

Graf bekämpft die "Nation Österreich" nicht, weil er sie (wie die erdrückende Mehrheit aller Österreicher in den letzten paar Jahrhunderten) für gar nicht existent hält.

Er ist lediglich der Ansicht, dass der Staat Österreich keine Nation ist. Diese Ansicht polemisch als "Deutschtümelei" abzutun und als Hindernis für eine Funktion im Präsidium hinszustellen ist genauso verquer wie einem Europa-Sympathisanten vorzuwerfen, dass er "den Kontinent Österreich" bekämpft anstatt korrekterweise zur Kenntnis zu nehmen, dass dieser schlicht den Staat Österreich nicht für einen Kontinent hält, aber sonst nichts gegen ihn einzuwenden hat und gerne eine politische Funktion in diesem Staat ausübt.

==McMurphy== Infos zum Powerposten
22.10.2008 08:26
das recht zum politischen protest

gegen dieses oder jenes ist legitim.

die entscheidung über die besetzung des dritten nationalratspräsidenten liegt beim parlament.

die tradition, die nationalsratspräs. nach mandatsverhältnissen zu besetzen ist auch in ordnung.

man könnte allerdings eine neue "tradition" einführen und nach ablehnung eines kandidaten, einen neuen der gleichen partei zur wahl stellen usw., bis einer akzeptiert wird.

p.s.: wenn bundespräs., erster & zweiter nationalratspräs. an gepanschtem (italienischem) wein zugrunde gehen, nimmt die erste funktion im staat österreich in dem fall ein "olympia-bürscherl" ein - nur so zum nachdenken.....

cludpert
21.10.2008 22:53

richtig gedacht, gut gehandelt.

lower day
21.10.2008 23:40
Nein

Unverantwortungsvolles Handeln der Briefschreiber. Wenn man jemanden, dessen Ansichten ich nicht teile - aber der als Leiter des Untersuchungssausschusses gut gearbeitet hat - so verteufelt, weil er einer Burschenschaft angehört, (nach meiner Einschätzung ist der weniger bedenklich als Prinzhorn) dann für die nächste Wahl: gute Nacht. Das polarisiert die Wähler nach rechts. Bei diesen Unterzeichnenden herrscht wahrscheinlich noch der Frust und die Ratlosigkeit über die Krone-Kampage und den Populismus ihrer Partei...

Mein Senf dazu:
21.10.2008 17:25
Wieso sollte eigentlich Prammer gewählt werden?

Für 6istinnen ist da oben Platz aber den Buben wollen sie nicht?

Amurathes von Sinope
21.10.2008 15:48
Die wahl grafs ist doch nur folgerichtig für ein land

in dem ein nazi (und nichts anderes ist jemand, der den gestreckten rechten arm mit drei ausgestreckten fingern in die höhe hält und in diversen wehrübungen zu sehen ist) keine politische ausgrenzung erfährt.

Odette
21.10.2008 16:29
traurig aber wahr

f l o 
21.10.2008 15:44
demokratisch legitimiert?

wer jetzt behauptet, graf abzulehnen sei undemokratisch, hat demokratie nicht verstanden.

der dritte nationalratspräsident ist kein parteiposten, den die drittstärkste partei frei besetzen kann. er wird vom parlament gewählt. wer dort keine mehrheit hat ist nicht demokratisch legitimiert. punkt.

niemand beschwert sich, dass graf im parlament sitzt, dorthin ist er vom volk gewählt worden. aber man muss ihn deshalb nicht gleich ins präsidium wählen.

wenn die drittstärkste partei so ungeschickt ist, einen kandidaten aufzustellen, der für die mehrheit einfach völlig inakzeptabel ist, dann hat sie pech gehabt - der nationalrat soll andere kandidaten wählen.

Fred Wirtschaftsflüchtling
21.10.2008 14:04
Aha .. Zentrum des Linksextremismus namentlich aufgezählt!

Truhe   
22.10.2008 11:31

Also alles was rechts des BZÖ ist ist linksextrem?

Da sie es ganz offensichtlich immer noch nicht begriffen haben (bzw. nicht begreifen wollen)

ES GIBT IN ÖSTERREICH KEINE LINKE, geschweige denn eine extreme linke...

Halka
21.10.2008 12:20
...

Von allen in diesem Artikel genannten Personen habe ich noch am liebsten den Martin Graf als NR Präsident. Denn das wäre wenigstens demokratisch legitimiert. Alles andere sind totalitäre Versuche unser demokratisches System zu beschränken.

byron sully
21.10.2008 13:25

bitte um eine begründung für die in ihrem letzten satz formulierte ansicht!

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