"Sie wollten die Geschichte fälschen"

20. Oktober 2008, 18:34
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    Begegnung in Sobibór: Philip Bialowitz (li.), Überlebender des NS-Vernichtungslagers, trifft auf Klaus Vallaster (M.), Sohn eines SS-Täters, und Johannes Boric von der Geschichtswerkstatt Silbertal.

Erinnerungsarbeit im polnischen Sobibór: Die Vorarlberger Gemeinde Silbertal gedenkt der im NS-Vernichtungslager ermordeten Ethnologin Eugenie Goldstern - Einer der SS-Mörder kam aus dem Montafoner Dorf

Sobibór - Der 14. Oktober 2008 ist ein strahlend schöner Herbsttag. Die Laubwälder des ostpolnischen Naturparks Sobibór leuchten in Gelb-Orange, die letzten Pilzsammler der Saison picknicken dick eingemummt neben ihren Kleinwagen. "Idylle", "unberührte Natur", "Vogelparadies" steht in den Prospekten über die Seenlandschaft im polnisch-weißrussisch-ukrainischen Dreiländereck.

Auf der Landstraße zwischen dem Städtchen Wlodawa und dem Weiler Sobibór herrscht kaum Verkehr. Zwei Kleinbusse sind unterwegs, ihre Lenker bremsen vor jedem Wegweiser. Sie wollen weder zum Ausflugsgasthaus noch zum "Zolwiowe Blota", dem Schildkrötenmoor.

In den Bussen sitzt eine kleine Gruppe von Menschen aus Österreich, die weiß, dass die Idylle nur eine scheinbare ist. Die Mitglieder der Geschichtswerkstatt Silbertal suchen die Gedenkstätte, jenen Ort, der an die Ermordung einer Viertelmillion jüdischer Menschen im nationalsozialistischen Vernichtungslagers Sobibór erinnert.

An diesem 14. Oktober 2008, dem 65. Jahrestag des Lageraufstands von Sobibór, wollen die sieben Menschen aus dem Montafoner Bergdorf an Eugenie Goldstern, eine Wiener Ethnologin, die 1942 in Sobibór ermordet wurde, mit einem Stein an der "Gedenkallee" erinnern. "Wir wollen wenigstens einem Opfer dieses deutschen Vernichtungslagers die Würde eines bleibenden Gedenkens ermöglichen" , begründet Bürgermeister Willi Säly. Die meisten der 250.000 Ermordeten blieben bis heute anonyme Asche in sieben Massengräbern.

Aus Tätern wurden Opfer

Eugenie Goldstern erforschte bäuerliches Leben in den Alpen, war oft im Wallis. "Dort liegen auch die Wurzeln vieler Silbertaler, die ja Walser sind", zieht Säly eine Querverbindung ins Montafon. Es gibt aber noch einen anderen, für die Gemeinde äußerst unangenehmen und lange verschwiegenen Bezug: "Ein Sohn unserer Gemeinde, Josef Vallaster, war hier in Sobibór an den unvorstellbaren Vernichtungsaktionen der Nationalsozialisten aktiv beteiligt." Auf dem Silbertaler Kriegerdenkmal wird Vallaster als Opfer angeführt. Eine Tatsache, die erst 2007 öffentliche Kritik auslöste. Der Bürgermeister gründete zur Aufarbeitung der dörflichen NS-Geschichte die Geschichtswerkstatt.

Am 14. Oktober 1943 erschlug eine Gruppe Gefangener im Lager Sobibór mehrere SS-Aufseher, unter ihnen auch Vallaster. 365 Menschen flohen, 55 kamen durch, acht leben noch. Zwei davon, Thomas Blatt und Philip Bialowitz, die Lager und Aufstand als Jugendliche überlebt haben, trafen in Sobibór auf Vallasters Sohn Klaus. Der 67-Jährige hatte seinen Vater nie kennengelernt. Seit 1979 versucht er, die familiäre NS-Vergangenheit aufzuklären. Die Mutter habe ein "anderes" Bild gezeichnet, "ich weiß aber, dass mein Vater Schuld auf sich geladen hat" , sagt er im Gespräch mit Philipp Bialowitz. Der alte Herr aus den USA bewundert den Mut Vallasters, sich Gesprächen und Kameras zu stellen. "Wie ein Wunder" erscheint Thomas Blatt das offene Gespräch mit dem Sohn des Täters. "Er hat seiner Mutter nicht geglaubt, er ist kein Bystander."

Dem Erdboden gleichgemacht

Blatt musste bis 1993 um ein würdiges Denkmal für die ermordeten Jüdinnen und Juden kämpfen: "Man wollte die Geschichte fälschen." Nach dem Aufstand machten die Nationalsozialisten das Lager dem Erdboden gleich. Über den Ort des Massenmords sollte der Wald wachsen. Späteren polnischen Regierungen war das nur recht. Man errichtete auf dem früheren Lagergelände einen Bauernhof, dann einen Kindergarten. Nichts sollte an die jahrhundertealte jüdische Tradition in Polen und deren Ausrottung erinnern.

Die niederländische Stichtig Sobibór und das deutsche Bildungswerk Stanislaw Hantz wollen die bescheidene Gedenkstätte zu einem europäischen Begegnungs- und Lernort machen. "Denn Sobibór darf sich nicht wiederholen" verweist Philip Bialowitz auf "Rassismus und Genozide der Gegenwart" . Diese "Mission" müsse die Welt hören. Johannes Boric für die Geschichtswerkstatt: "Die Reise hat mir bestätigt, dass unser Weg der Aufarbeitung richtig ist." Nachsatz: "Auch wenn wir im Dorf nicht nur Befürworter haben." Im November werden die Silbertaler über die Umgestaltung des Kriegerdenkmals entscheiden.  (Jutta Berger/DER STANDARD, Printausgabe, 21.10.2008)

TV-Tipp: Heute, Dienstag, 21. Oktober: "Report" , Beginn 21.05 Uhr, ORF 2

Kommentar posten
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Albert Ottenbacher
00
30.10.2011, 12:21
Späte Gerechtigkeit

Michael Haberlandt, Gründer und Direktor des Volkskundemuseums, an dem Eugenie Goldstern arbeitete, war ein Wegbereiter des nationalsozialistischen Rassenwahns :

http://www.archive.org/stream/ra... 7/mode/1up

Es wäre an der Zeit, sich zu erinnern, zu schämen und der Forscherin eine späte Gerechtigkeit widerfahren zu lassen.

Albert Ottenbacher
00
22.4.2011, 15:00
Ländliches Erbe

Eugenie Goldstern und Isac Chiva setzen sich mit dem ländlichen Erbe wissenschaftlich auseinander. Sie schätzen es als wertvolles natürliches und kulturelles Vermögen : "Schließlich ist Erbe als Eigentum definiert - gerade das ländliche Erbe steht eng mit der kollektiven Identität in Verbindung. Die Menschen identifizieren sich mit ihm individuell und kollektiv, achten es als aussagekräftige Erinnerung an ihre Vergangenheit und ein wertvolles Gut für ihre Zukunft."

http://128.121.10.98/coe/pdfop... did=594644

Albert Ottenbacher
00
16.4.2011, 09:46
« La petite fabrique de jouet »

Ein schöner französischer museumspädagogischer Werkstattbericht zu Eugenie Goldsterns "Alpinspielzeug" findet sich unter

http://www.dailymotion.com/video/xc3... u_creation

Albert Ottenbacher
00
15.4.2011, 16:28
Eugénie Goldstern

Être ethnologue et juive
dans l’Europe alpine des deux guerres

Une femme d’exception. Un travail précurseur

Un champ d’étude couvrant tout l’arc alpin

Une démarche novatrice

Une mémoire revisitée, une recherche en devenir

Une oeuvre oubliée, voire occultée

Une œuvre redécouverte

http://www.musee-dauphinois.fr/uploads/D... Doc586.pdf

Albert Ottenbacher
00
11.4.2011, 08:32
Isac Chiva zur Sammlung Goldstern :

Ich muss nebenbei bemerken, dass mein Interesse für Eugenie Goldstern auch der doppelten Berufung gilt, als Feldforscherin, streng genau in ihren Ermittlungen bei den Menschen und als Museographin, bewusst der Rolle der materiellen Zeugen, hingegeben der Sammlung von Serien von Gegenständen, wie die Spielzeuge, die gewöhnlich vernachlässigt werden. Sie gab dieselbe Bedeutung alltäglichen Werkzeugen wie künstlerischen und symbolischen Fertigungen, die manchmal marginal und aussergewöhnlich sind. Denn in allen Ländern, in denen sich die Sozialwissenschaften entwickelt haben, war die Ethnologie seit ihrer Entstehung mit der Institution
des Museums verbunden.

http://www.revue-des-sciences-sociales.com/pdf/rss31-chiva.pdf

Albert Ottenbacher
00
L’Affaire Goldstern

So allmählich kommt die Erinnerung an Eugenie Goldstern mühsam, zaghaft hervor.

http://noelpecout.blog.lemonde.fr/2007/09/1... goldstern/

http://www.musee-europemediterranee.org/es/Exposi... -Goldstern

Albert Ottenbacher
00
Eugenie Goldstern : Folklore und Ethnographie eines Gebietes

Auf den Rat ihres Lehrers Van Gennep reiste sie nach Savoyen und wählte als Thema ihrer Studien "Bessans." Sie blieb von Dezember 1913 bis August 1914 und brachte eine Sammlung von Objekten der Volkskunst nach Wien. Diese bewahrt die Erinnerung an das alte Dorf, das während des Zweiten Weltkrieges zu zwei Dritteln zerstört wurde. Ihre Doktorarbeit wurde auf deutsch im Jahr 1920 gedruckt. Francis Tracq übersetzte sie im Jahr 1954 ins Französische. Erst 1986 unter dem Titel "Erinnerung an das alte Dorf Bessans" veröffentlicht, veranschaulicht sie den Alltag einer Gemeinde zu Beginn des Jahrhunderts.

http://www.lectura.fr/expositio... hap5-2.php

1944 wurde Bessans von der Wehrmacht gebrandschatzt.

Albert Ottenbacher
00
11.3.2011, 09:50
Alpinismus

"Mit ihren bahnbrechenden Studien über alpine Alltagsästhetik gehörte Goldstern zu den Pionieren der modernen europäischen Ethnografie. Das Österreichische Museum für Volkskunde in Wien verdankt ihr eine bedeutende Sammlung, auch dem alpinen Museum in Bern schenkte sie wichtige Objekte. Als Frau und als Jüdin hatte sie nach dem Ersten Weltkrieg im zunehmend nationalistischen, antisemitischen und rassistischen Klima der Wiener Volkskunde und des Volkskundemuseums jedoch keine Chance mehr, ihre Arbeit auszuüben. 1942 wurde sie deportiert und ermordet."

http://www.badw.de/aktuell/a... kaiser.pdf

Albert Ottenbacher
00
10.3.2011, 19:13
"Abwicklung"

"Besonders berührend ist die Geschichte von Eugenie Goldstern, deren Schicksal praktisch 'vergessen' war und die erst seit gut zehn Jahren wieder im Fach präsent ist (Albert Ottenbacher hat eine schöne Biographie verfasst.)

http://forum.volxkunde.info/viewtopic.php?p=868

" ... Eugenie Goldstern aus Wien, die als Volkskundlerin mit einer universalistischen Perspektive die Alltagsästhetik im Alpenraum in ihren Pionierarbeiten untersucht hatte und die bedeutendste Sammlung alpenländischer Volkskunst dem Volkskundemuseum in Wien überlassen hatte."

http://www.wienerzeitung.at/DesktopDe... cob=454646

Was wird aus der Sammlung Goldstern bei der "Abwicklung" des Wiener Volkskundemuseums ?

Albert Ottenbacher
00
19.1.2011, 09:33
Der Stein in Sobibor reicht einstweilen

Im Jahr 2012 jährt sich der 70. Todestag von Eugenie Goldstern. Für den Fall, dass bis dahin nicht bereits von anderer Seite eine Gedenktafel für Eugenie Goldstern geplant ist, wäre für den Verein der Freunde des Jüdischen Museums Wiens zu einem späteren Zeitpunkt die erneute Prüfung des Vorschlages einer Gedenktafel denkbar.

Ottenbacher
00
24.10.2010, 08:02
Goldstern in der "Museumskrise"

Die Sammlung Dr. Eugenie Goldstern wie ihre Biographie stellen ein eindrucksvolles Zeitzeugnis der ausgehenden Monarchie (des Lueger Wiens) und der Ersten Republik dar - aus der Sicht einer selbständigen Frau, einer engagierten Kulturwissenschaftlerin und Feldforscherin sowie, letztendlich, einer Jüdin.

http://sciencev1.orf.at/sciencev1... 32539.html

Was wird aus dieser Sammlung in der "aktuellen Museumskrise" ?

Axel Melhardt
00
21.10.2008, 19:48
Film über Sobibor

Im zumindest teilweise sehr gelungenen Streifen "Escape from Sobibor" (Deutsch schlicht: "Sobibor" - 1987 - wird den Flüchtenden vom 14.Oktober ein würdiges Denkmal gesetzt. Meines Wissens nach wurde der Film nur einmal vom ORF gezeigt.
Nur teilweise gelungen deswegen, weil neben einer großen Zahl von echt grandiosen und erschütternden Szenen gegen Ende auch einige Action-Passagen enthalten sind, die bei einem Kommerz-Film anscheinend unverzichtbar sind. Wenn der Film wieder einmal auftaucht, dann sicherlich nur im Tiefe-Nacht-Programm: trotzdem nicht versäumen, in manchen Passagen dem großartigen Spielberg-Epos nicht unterlegen.

Andreas Bogeschdorfer
34
21.10.2008, 15:30
Wieder einmal ein Forum in dem feige Rotstrichler unterwegs sind, ohne sich offen zu ihrer Haltung zu bekennen. Nicht einmal mit Nickname trauen sie sich. Offensichtlich ist ihnen irgendwo im Hinterkopf doch bewusst, wie schäbig sie auftreten.

accuser
02
21.10.2008, 19:20
Sie haben Recht!

Grün.

Schockierend und widerwärtig, wie manch einer immer noch mit der Geschichte umgeht. War sicher irgendsoein NR-Präsident in spe.

Paris Texas
24
21.10.2008, 14:41

schöner artikel! es gibt also auch einen guten, ehrlichen weg mit der NS - geschichte/ realität in der eigenen familie umzugehen, einen, der heilsam ist für alle betroffenen; aber der doch so schwierig ist, dass ihn die allerwenigsten gegangen sind ...

CyranoPuschkin
23
21.10.2008, 16:16
EIGENE {Familien-}Geschichte ...

Ich finde es in höchstem Maße bewundernswert - und wie schon gesagt definitiv HEILSAM "für alle Beteiligten" - wenn man sich offen mit der eigenen Familiengeschichte auseinandersetzt !
Meine Hochachtung daher, vor diesem Herrn Klaus Vallaster;
und auch meine Hochachtung dem Bürgermeister für's Einsetzen der "Geschichtswerkstatt Silbertal" ... !
Ein, höchst erfreulicher, Beleg dafür, wie man AUCH mit (der eignen) Geschichte umgehen kann !

Timagoras
 
25
21.10.2008, 13:29
"Seit 1979 versucht er, die familiäre NS-Vergangenheit aufzuklären. Die Mutter habe ein "anderes" Bild gezeichnet"


wie gut, dass es auch solche menschen gibt!

andere hinterfragen das von ihren eltern erzählte hingegen ganz und gar nicht, sondern setzen unbeirrt deren "haltung" fort,
und werden damit zum idol der massen und zum "könig der herzen" .....

kein schöner land
39
21.10.2008, 10:56
danke

wie gut, dass es Menschen gibt, die Geschichte, auch nach so vielen Jahren, aufarbeiten. Die der Wahrheit näher kommen wollen, die der Ignoranz und Verblendung entgegentreten. man kann das nicht genug schätzen. Die Volksseele heilt, zumindest ein bisschen...

RasputinAUT
00
21.10.2008, 10:05
Korrektur

es sollte Stichting heissen,

mfg Ras

KKdJ
16
21.10.2008, 10:00
Es gibt dazu heute Abend im "Report" (ORF 2, 21.05) einen Bericht (Wiederholungen: 22.10.2008, 12:00, ORF 2; 23.10.2008, 06.00, 3sat).

Darin wird dieses Vorarlberger Dorf mit Hadersdorf am Kamp verglichen, wo ein Gedenkverein seit Jahren vergeblich versucht, den 61 Opfern eines SS-Massakers gegen Kriegsende ein Denkmal zu setzen.

Bürgermeister und Gemeinderat haben bei der Verhinderung dieses Denkmals eine sehr unrühmliche Rolle gespielt bzw. spielen sie noch.

Für Interessierte:

http://www.gedenkstaette-hadersdorf.at/

CyranoPuschkin
00
21.10.2008, 20:44
DANKE ...

... für den Link !
Hab die Arbeit zum Thema 6.+7.April in Hadersdorf runtergeladen und gelesen ... .
Schlimm, echt.
Und dann will "man" heute nicht mal sich damit auseinandersetzen ... - ja doch:
Der Schoss ist wohl immer noch fruchtbar - wenn's "paßt" ..... {befürchte ich wahrlich!}

socram
00
21.10.2008, 13:31

danke für den link

KKdJ
00
21.10.2008, 14:07
Wirklich gern.

Smaga
49
21.10.2008, 02:52
wider der Realitätsferne und Gedankenlosigkeit der 30% unter 30 die dem dritten Lager ihre Stimme gegeben haben!

Eine außerordentlich mutige Auseinandersetzung mit dem was in Sobibor geschehen ist von Seiten der Silbertaler und vor allem des Sohnes.

Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass oft Vorarlberger Grenzbeamte Juden großzügig in die Schweiz ausreisen ließen. Auch wenn in Österreich noch immer jeder kleinste Akt des Ungehorsams und des Widerstandes gegen das NS-Regime wie Goldstaub aufgesammelt und wie ein Ast an dem man sich klammert glorifiziert wird, wäre es schade wenn das unerwähnt bliebe.

Etwas mehr Fragenstellen von Seiten der Nachkommengenerationen statt Unschärfe und Gleichgültigkeit und dann wären vielleicht ein paar Tausend weniger bei JH Begräbnis gewesen und das dritte Lager würde wohl kaum auf fast dreissig Prozent kommen.

hansi goldach
 
01
21.10.2008, 13:07

mein stiefvater war während des krieges als sa-hilfspolizist im
erwähnten grenzdienst. und an das gute im menschen glaube
ich...; und will hier mit dem entsetzen keinen scherz machen.
dem seine damaligen kameraden waren in der nachkriegszeit
bei uns oft zu besuch. eine meiner ersten kindheitserinnerun-
gen ist ein sog. "u-boot". obwohl strafverfolgung dieser leute
nicht gerade polizei- oder justizsache oder -mache war. und
langer worte kurzer sinn: ich möchte die fälle von rettungen
dokumentiert wissen. sonst glaube ich da gar nichts. in der
klassifizierung der geister waren justiz und polizei verbrecher,
schwerverbrecher und schwerstverbrecher in dieser causa.
ich verwahre mich dagegen, täter als helfer undifferenziert zu
sehen. ***

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