Microsoft will Word-Dokumente zerreißen und JPEGs stapeln

20. Oktober 2008, 15:41
42 Postings

Microsoft arbeitet an der Weiterentwicklung von Multitouch-Oberflächen - Dateien sollen wie reale Objekte gefaltet, gedreht oder wie Papier zerrissen werden können

Mit Multitouch-Oberflächen haben Apple und Microsoft die Funktionalität von Touchscreens bereits bedeutend erweitert. Microsoft will aber noch weiter gehen und hat nun auf der User Interface Software and Technology-Konferenz Einblicke in aktuelle Entwicklungen gewährt. Geht es nach den Redmondern werden Nutzer mit virtuellen Objekten in Zukunft genauso umgehen können wie mit realen, berichtet Cnet.

Physik-Engines für Benutzeroberflächen

Microsofts Tablet-Computer Surface befindet sich zwar noch in den Kinderschuhen, Surface Entwickler Andy Wilson zeigte auf der Konferenz aber bereits die nächsten Ansätze für die Computer-Mensch-Interaktion. Physik-Engines, die in 3D-Spielen eingesetzt werden, sollen Benutzeroberflächen auf Multitouchscreens realistischer machen.

Einen virtuellen Ball rollen

Größtes Manko von Touchscreens sei, dass man jedes Objekt mit dem gleichen Druck und auf die gleiche Weise "angreife". Mit besseren Physik-Engines könnten Objekte jedoch auch gefaltet, gewendet oder wie Papier zerrissen werden. In einem White Paper beschreibt Wilson, wie Nutzer etwa einen virtuellen Ball rollen oder ein Tuch falten können.

SecondLight

Ein anderes Team von Microsofts Labor in Cambridge, hat eine Technologie namens SecondLight entwickelt, bei der ein Bild auf dem Touchscreen und ein zweites damit verknüpftes auf einem Objekt darüber (z.B. einer Plastikscheibe) angezeigt wird. So könnten beispielsweise Spielfiguren auf dem oberen Display und das Spielbrett auf dem Touchscreen angezeigt werden. Auch der Einsatz für medizinische oder industrielle Anwendungen sei denkbar. 

Gestiksteuerung

Ein weiteres Projekt umfasst die Kontrolle mittels Gesten. Diesen Ansatz verfolgt etwa SideSight. Dabei werden Gesten neben einem Telefon mittels Infrarotsensoren als Eingaben registriert. Das sei vor allem für sehr kleine Geräte interessant, auf denen es oft nicht genügend Platz für einen Touchscreen ist. Ein weiteres Projekt ist LucidTouch, mit dem Nutzer eine Oberfläche bedienen können, indem sie die Hände unterhalb des Geräts bewegen. (red)

  • Virtuelle Objekte sollen auf Multitouch-Oberflächen wie reale Dinge bewegt werden können, Bilder sollen sich etwa zusammenschieben und stapeln lassen
    foto:microsoft

    Virtuelle Objekte sollen auf Multitouch-Oberflächen wie reale Dinge bewegt werden können, Bilder sollen sich etwa zusammenschieben und stapeln lassen

  • Mit SecondLight kann man beispielsweise mit Plastikscheiben oder Papier mittels eines zweiten darauf projizierten Bildes das Innenleben eines auf dem unteren Display dargestellten Autos erkunden
    foto:microsoft

    Mit SecondLight kann man beispielsweise mit Plastikscheiben oder Papier mittels eines zweiten darauf projizierten Bildes das Innenleben eines auf dem unteren Display dargestellten Autos erkunden

Share if you care.