Karrierestart mit Handshake

24. Oktober 2008, 14:49
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Recruitingevents bieten Unternehmen und Bewerbern die Möglichkeit, sich selbst interessant zu machen und sich über aktuelle Angebote der Gegenseite zu informieren

Der Rekrutierungsprozess ist oft für beide Seiten – Bewerber und Arbeitgeber – ein steiniger. Bewerbern fehlt es zumeist, vor allem wenn sie noch kaum Berufserfahrung haben, am Überblick über die Marktsituation. Ebenso tun sich Unternehmen oft schwer, einzuschätzen, wer sich auf dem Uni-Absolventenmarkt tummelt. Recruitingmessen können da den ersten Schritt schaffen: Sie verhelfen zum Erstkontakt und bieten Gelegenheit zur Selbstpräsentation für beide Seiten.

Recruitingmessen auf Erfolgskurs

Diese Vorteile sind mit Grund für den Trend der Recruitingmessen. Als relativ neue Form der Rekrutierung entwickeln sich Jobmessen und -events in Österreich in den vergangenen Jahren von Jahr zu Jahr wachsend. "Der Trend kommt aus dem angloamerikanischen Raum und wird sich voraussichtlich auch stark positiv fortsetzten. Der persönliche Kontakt wird im Bewerbungsprozess immer wichtiger", erklärt Heike Schreiner, Leiterin der Marketing- und Eventabteilung des Zentrums für Berufsplanung (zBp) der WU Wien. "Recruitingmessen werden vermehrt von Unis und Fachhochschulen veranstaltet, die Ausbilder versuchen, Kontakt zur Wirtschaft herzustellen", sagt Schreiner.

Dieser Trend lässt sich anhand der Absolventenmesse gut erkennen. 1986 war sie, damals unter dem Namen "Wirtschaftsmesse", eine der ersten Recruitingmessen Österreichs. Von Jahr zu Jahr wächst die Veranstaltung um rund 15 Aussteller, mittlerweile präsentieren sich 165 Unternehmen  potenziellen Mitarbeitern.

Chance für die Mitarbeitersuche

"Unternehmen können sich auf Absolventenmessen einer sehr wichtigen Zielgruppe präsentieren und somit auch ihren Bekanntheitsgrad steigern. Außerdem steigert der Auftritt auf so einer Messe die Nahbarkeit: man zeigt sich bereit, in persönlichen Kontakt zu treten", sagt Bernhard Wundsam, Geschäftsführer von Uniport. Er organisiert die Absolventenmessen Uni-Success, Success und Excellence. Schreiner stimmt dem zu: "Für ein Unternehmen gibt es im Wesentlichen drei Vorteile, bei der Absolventenmesse präsent zu sein: Man kann ein breites Publikum ansprechen, frühzeitig in Kontakt treten und den Marktwert des eigenen Unternehmens durch Employer Branding steigern."

Auch Helene Czanba vom TU Career Center, das den TUday veranstaltet, kennt die Vorteile für Unternehmen: "Auf der Suche nach zukünftigen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen müssen Unternehmen zunehmend mehr Zeit und Geld aufwenden, um die besten Köpfe zu gewinnen." Vor allem im technischen Bereich erkenne sie einen zunehmenden Konkurrenzkampf um talentiertes Personal. Messen und Jobevents sieht sie als gute Chance, diesen Kampf zu meistern: "Man muss einfach präsent sein, sonst wird man als potenzieller attraktiver Arbeitgeber nicht wahrgenommen."

Erfahrungen der Aussteller

Michael Bilina, Leiter der Human Resource Abteilung der Allianz, stimmt dem zu: "Das Wichtigste an so einem Messeauftritt ist, mit den Studierenden in Kontakt zu treten. Danach ergibt sich ein Informationsfluss, bei dem beide Seiten Erwartungshaltung und Angebot des anderen kennenlernen. Studierende können die Allianz als Arbeitgeber kennenlernen und wir können darauf aufmerksam machen, was gefragt ist."

Manche Aussteller nutzen die Jobevents gar nicht primär zur direkten Rekrutierung, sondern als Präsentationsplattform. So auch die Organisation Horizont 3000, erzählt Christa Franek. "Wir wollen einen Erstkontakt knüpfen und über das Berufsbild des Entwicklungshelfers informieren. Für diesen Job braucht man verschiedene Erfahrungen, Absolventen kommen also nur selten in Frage. Trotzdem ist das ein wichtiges Aushängeschild für uns. Besucher können auch ihr Interesse deponieren und werden von uns in Evidenz gehalten."

Bewerben auf Recruitingmessen

Für Studierende und Absolventen, die sich auf Recruitingmessen bewerben wollen, hat Wundsam den folgenden Tipp: "Es ist wichtig, dass man sich über die Aussteller, die einen besonders interessieren, schon vorab informiert, also nicht ganz planlos hingeht und fragt, was das Unternehmen denn bieten könne." Ein noch wichtigerer Punkt sei, dass man sich die Aussteller überhaupt anzusprechen und zu fragen traue. "Es ist gut, den Mut zu fassen und sich auch dort zu erkundigen, wo man sich nicht allzu große Chancen ausrechnet. Viele schließen sich von vornherein selbst aufgrund ihrer Studienrichtung aus, dabei ergeben sich im Gespräch oft interessante ungeahnte Möglichkeiten." (preis, derStandard.at, 29.10.2008)

Jobmessen im Herbst und Winter 2008:

Die Absolventenmesse ist die größte Jobmesse Österreichs und findet am 6. November in Wien statt. Durch einen Zusammenschluss von WU, TU und BOKU werden Unternehmen und Besucher aus den Bereichen Wirtschaft, Technik und Naturwissenschaften zusammengeführt. dieabsolventenmesse.at

In Graz bietet die Excellence08 eine Plattform zum Kontakt zwischen Jobsuchenden und Mitarbeitersuchenden. Am 12. November findet die Messe im Hauptgebäude der Universität Graz statt. uniport.at/excellence08

Veranstalter und Organisatoren:

ZBP - Zentrum für Berufsplanung der WU Wien: zbp.at

Uniport - Karriereservice der Universität Wien: uniport.at

TU Career Center - unter anderem Veranstalter des TUday: tucareer.com

Außerdem organisieren viele Fachhochschulen und Universitäten Events und Messen für ihre Absolventen. Informationen dazu findet man auf den jeweiligen Websites.

  • Aussteller und Besucher auf der Excellence in Graz.
 
    excellence / uniport

    Aussteller und Besucher auf der Excellence in Graz.

     

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