Legende in Ingrid-Grau

4. März 2003, 11:28
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Girard-Perregaux Pour Ferrari: eine Uhr, ein Auto und zwei Filmlegenden.

Das denkwürdige Mittagessen fand im Ristorante Cavallino statt, dessen Eingang ein schwarzes Pferd auf gelbem Grund ziert. Anwesend: Luigi "Gino" Macaluso, Italiener, passionierter Rallyepilot, stolzer Besitzer eines roten F 40 sowie Inhaber der traditionsreichen Schweizer Luxusuhren-Manufaktur Girard-Perregaux. Ihm gegenüber saß der höchst erfolgreiche Ferrari-Boss Luca di Montezemolo.

Spätestens beim Espresso war beiden klar, dass der Markt um eine signifikante Uhrenlinie mit dem markanten Logo der in Maranello ansässigen Autoschmiede bereichert werden müsse. Macalusos nachvollziehbare Begründung: "Zwischen den Produkten Uhr und Automobil bestehen deutliche, wenn auch nicht unmittelbar erkennbare Verbindungslinien. So sind Uhren und Automobile Resultate einer auf hohem Niveau angesiedelten Technologie. Beide Gegenstände schaffen es, starke Emotionen hervorzurufen und Menschen für sich zu begeistern. Ferner können beide reich sein an inneren Werten. Schließlich ist die äußere Gestalt häufig Gegenstand heftiger Diskussionen."

Zum Debüt der Kooperation lancierte Girard-Perregaux einen Schleppzeiger-Chronographen, der dem sportlichen Charakter der "idea Ferrari" umfassend entsprach. Zehn Jahre später: Die brandneue "Girard-Perregaux pour Ferrari 375 Mille Miglia" versteht sich auch als Hommage an ein faszinierendes Paar der internationalen Filmgeschichte. Roberto Rossellini und Ingrid Bergmann.

Die Romanze ist legendär und hat in einem legendären Produkt seinen Ausläufer: Als Zeichen seiner flammenden Zuneigung schenkte er ihr schon 1952 einen kleinen Ferrari 212 Inter Pininfarina. Die Liebe zu Autos dieser Marke kam nicht von ungefähr. Immerhin war Rossellini gut befreundet mit Enzo Ferrari, dem "Commendatore". Für den kleinen roten Flitzer zahlte ein amerikanischer Sammler im August 1998 stolze 260.000 Dollar.

Diese Summe nimmt sich nachgerade bescheiden aus gegenüber jenen Millionen, welche sich ein amerikanischer Sammler den "Bergman Special" kosten ließ. Das traumhafte "Coupé Speciale" stammte von der Karosserieschmiede Pininfarina. Die Turiner schneiderten es 1954 passioniert auf das Chassis eines Ferrari 375 Mille Miglia mit V 12 Motor und 340 PS.

Designgeschichte hat das 1954 beim Pariser Autosalon vorgestellte Unikat vor allem wegen seiner Heckpartie mit weit auslaufenden C-Säulen und senkrecht stehender Heckscheibe geschrieben.

Zurück zur Uhr, wiederum einem Chronographen. Diesmal mit rechteckiger, elegant geschwungener Rotgold- oder Weißgold-Karosse und Zifferblatt in "Ingrid-Grau", der damals eigens komponierten und weiterhin bei Ferrari erhältlichen Farbe.

Die "Motoren" (Durchmesser nur 10 ½ Linien oder 24,7 mm) der 375 Exemplare brauchen täglichen Kontakt zwecks Nachtankens von Energie. Die Steuerung der drei Funktionen Start, Stopp und Nullstellung erfolgt - wie früher - über einen in die Krone integrierten Drücker sowie ein klassisches Schaltrad. (DER STANDARD/rondo/Gisbert L. Brunner/28/02/2003)

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