Lesen von Kärnten bis Kairo

17. Oktober 2008, 17:00
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Ferdinand Possnik hat bewegte 20 Jahre hinter sich. Alle Wendungen seiner bunten Berufsbiografie wurden ohne Unterbrechung von einer Zeitung begleitet

Latschach - Er ist ein Medienjunkie. Er liest alles, was ihm unterkommt. Am liebsten aber den Standard. Und das seit exakt 20 Jahren, seit er die erste Ausgabe in Händen hielt. "Als ich gehört habe, dass Oscar Bronner in Österreich eine Tageszeitung macht wie die Financial Times, mit rosa Papier und ohne Sport, habe ich sofort gedacht, das ist meine Zeitung." Und dabei ist es geblieben.

Den STANDARD hat der Werbe- und Marketing-Fachmann auch vom Fleck weg abonniert, schließlich sei der Standard die einzige Zeitung, die seine Meinung am ehesten reflektiere. Die Vorzüge einer unabhängigen, liberalen Zeitung habe er besonders als Chef der Kärntner Tourismus-Werbung schätzen gelernt, erzählt der gebürtige Kärntner, der sich selbst als polyglotten "Kosmopoliten mit Bodenhaftung" bezeichnet.

Heimatliebe und -gesülze

Gerne ist der rührige Villacher in den Kärntner Bergen unterwegs, liebt die authentische Tradition seines Heimatlandes und ärgert sich über Heimatkitsch und politisch instrumentalisiertes Heimatgesülze. Die Kärntner Tourismus-Werbung konnte er über zehn Jahre lang erfolgreich vom Zugriff der Politik freihalten.

Unter dem neuen Landeshauptmann Jörg Haider war Possnik bald in Ungnade gefallen, denn, bekennt er freimütig: "Ich wollte nicht gefügig sein". Derzeit arbeitet Possnik, der seinen Berufsweg als Product-Manager bei der Kärntner Niederlassung der Firma Oetker begann, später die Villacher Brauerei leitete und sich zwischenzeitlich sogar als freischaffender Künstler betätigte, an der Neuorganisation der Ägyptischen Tourismusbehörde mit Sitz in Kairo.

Aber auch dort will er nicht auf den Standard verzichten: „Da lese ich ihn dann online." Aber das "Haptische" fehle ihm schon, so Possnik: „Ich liebe es, den Standard in der Hand zu halten."

Was liest nun der Medienjunkie im Standard am liebsten? Alles. Zuerst natürlich die Titelseite. "Dann drehe ich die Zeitung um und lese sie von hinten nach vorn. Erst die Kommentare, dann die Kulturseite und dann weiter..." (Elisabeth Steiner/DER STANDARD Printausgabe 18.10.2008)

  • Ferdinand Possnik, Tourismus-Fachmann und Medienjunkie aus Kärnten hat seinen liebsten Stoff auf dem Tisch
    standard/maurer

    Ferdinand Possnik, Tourismus-Fachmann und Medienjunkie aus Kärnten hat seinen liebsten Stoff auf dem Tisch

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