Nie windelweich und immer auf Kurs

17. Oktober 2008, 17:00
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Der Weltraummediziner Helmut Hinghofer-Szalkay hat sein Leseverhalten überprüft und für richtig befunden

Graz - Er war schon immer auf der Suche: zu ebener Erd' nach einer guten Zeitung und drob'n am Himmel, nach neuen Forschungserkenntnissen, wie der Mensch dort oben zum Beispiel unter extremen Umweltbedingungen reagiert, wie sich die Schwerelosigkeit auf Herz und Kreislauf, Stoffwechsel und Leistungsvermögen auswirkt.

So wie in der Wissenschaft erforderlich, hat der Grazer Weltraumforscher und Institutschef für Physiologie an der Grazer Med-Uni, Helmut Hinghofer-Szalkay, auch sein Leseverhalten überprüft - und die Ergebnisse der Falsifikation und Verifikation unterlegt. "Ich habe es mit allen möglichen Zeitungen probiert. Aber die Kronen Zeitung und die Kleine Zeitung, die beiden haben mich nicht wirklich angetörnt." Und dann, vor 20 Jahren, habe er vom STANDARD gehört, dass da eine neue Zeitung am Markt sei. Hinghofer-Szalkay: "Ich hab ihn sofort abonniert. Weil ich gefunden habe, er ist im Vergleich zu allem anderen eigentlich das Beste."

Eine Zeitung genügt

Gut, es sei ihm klar gewesen, dass es "eine Österreichzeitung" ist, eine, die lokal nicht allzu in die Tiefe gehen könne, "aber zusätzlich noch eine Grazer Zeitung zu abonnieren, das wäre mir denn doch zu zeitaufwändig gewesen".

Ironie ist gewünscht

Also blieb der - vom deutschen Spiegel lesekulturell sozialisierte Mediziner mit Kooperationsbasen zur Nasa und zur Esa - beim STANDARD. Hinghofer-Szalkay: "Was mir am STANDARD so gefällt, ist der intelligente Stil. Ich war ja jahrelang begeisterter Spiegel-Leser.

Und dann kam der STANDARD, und ich fand: In der ironischen Aufarbeitung der Artikel, im starken Inhalt hat er noch am ehesten meinem Spiegel entsprochen. Was ich mir nämlich von einer Zeitung wünsche, ist, dass man beim Lesen gute Informationen geliefert bekommt und dass dabei auch die Freude an der Sprache des Autors durchkommt. Und eben das Ironische ist wichtig.

Was er sonst noch alles lese? Hinghofer-Szalkay: "Ich lese sporadisch noch alles, was mir unterkommt - die Kleine Zeitung, den Kurier oder die Salzburger Nachrichten und "Die Presse". Aber da ist mir die Ausrichtung zu konservativ. Na ja, und dann lese ich noch die Foreign Affairs, Time, den Economist." Er sei ein Ganzzeitungsleser. Von vorn bis hinten. "Ich lasse nichts aus."

Eine Charakterhaltung des STANDARD imponiere ihm besonders: Dass er nie "windelweich" werde und immer seinen Kurs behalte. Davon habe er schon seine gesamte Familie überzeugt.

Hinghofer-Szalkay: "Bei uns ist niemand vom STANDARD verschont geblieben." (Walter Müller/ DER STANDARD Printausgabe 18.10.2008)

  • Der Grazer Mediziner Helmut Hinghofer-Szalkay hat sein Ohr am aktuellen Geschehen
    standard/philipp

    Der Grazer Mediziner Helmut Hinghofer-Szalkay hat sein Ohr am aktuellen Geschehen

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