Informationsbörse Kaffeehaus

17. Oktober 2008, 17:00
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Wer kein Abo hat, liest den STANDARD im Café, etwa im Landtmann

Wien - Drei fixe Bestandteile gehören zu einer ordentlichen Kaffeehauskultur, behauptet Anita Querfeld: "Kaffee, Zigarette, Zeitung." Während die Sache mit dem Rauchen eindeutig schwieriger wird, kann die Chefin des Wiener Café Landtmann auch für die Zukunft uneingeschränkten Kaffee- und Zeitunglesegenuss garantieren.

Im Landtmann stehen den Gästen insgesamt zwölf STANDARD-Ausgaben zur Verfügung, sechs Abend- und sechs Morgenabos. Auf insgesamt 30 verschiedene Tageszeitungen greifen die Kunden zu. "Der STANDARD wird gerne gelesen", erzählt Querfeld. Wenn sich Politiker, Manager und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens am Morgen zum Austausch treffen, gehört das STANDARD-Lesen dazu: "Informiertsein ist so wichtig", sagt Querfeld voller Respekt für ihre lesefreudige Kundschaft.

Mit ihrem 2004 verstorbenen Mann Herbert kaufte sie in den 1970er-Jahren das völlig heruntergekommene Café Landtmann am Dr.-Karl-Lueger-Ring. Vor 20 Jahren war in den traditionellen Häusern "am Vormittag nur das Zeitungsblättern zu hören", erinnert sie sich. Zumindest im Landtmann hat sich das geändert. Praktisch zu jeder Tageszeit ist das Haus voll, das Blätterrauschen geht in der Geräuschkulisse unter.

Querfeld stört das naturgemäß nicht. Jeden Morgen um halb neun zieht sie sich mit dem STANDARD und einem großen Braunen zurück. Wenn sie mit den Vorbereitungen für den Tag fertig ist, setzt sie sich auf ihren Stammplatz, im großen Saal. Dort, wo die Kellner an ihr vorbeilaufen und sie den Überblick hat. Querfeld liest Politik und Wirtschaft: "DER STANDARD ist eine Zeitung mit Niveau. Man kann die Schrift gut lesen, mir gefällt die Farbe."

Manche sind sehr vertieft

Und lassen die Gäste den STANDARD mitunter mitgehen? "Ja, natürlich!", lacht sie. "Unabsichtlich", beeilt sich die großzügige Unternehmerin hinzuzufügen, um nur ja kein schlechtes Wort über die Kundschaft zu verlieren. Manch einer sei so vertieft, dass er das Blatt irrtümlich mitgehen lasse: "Wenn er sich so entspannt bei mir im Kaffeehaus, dann ist es mir auch recht." (Doris Priesching/DER STANDARD Printausgabe 18.10.2008)

  • Täglich kommt der Standard zwölffach auf die Halter.
    standard/matthias cremer

    Täglich kommt der Standard zwölffach auf die Halter.

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