Chipkonzern AMD profitiert erstmals von ATI-Übernahme

17. Oktober 2008, 13:49
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AMD hatte teilweise in der Baureihe mit Qualitätsproblemen zu kämpfen und musste den Erzkonkurrenten zunächst davonziehen lassen

Der US-Chiphersteller Advanced Micro Devices (AMD) hat dank eines wieder erstarkten Geschäfts mit Grafikkarten ein deutlich besseres Ergebnis erwirtschaftet als erwartet. Der Intel-Rivale grenzte seinen Nettoverlust im dritten Quartal überraschend auf 67 Millionen Dollar ein, wie AMD in der Nacht zum Freitag mitteilte. Vor Jahresfrist hatte sich der Fehlbetrag noch auf 396 Millionen Dollar belaufen. Der Abschluss verblüffte die Analysten, die mit einem deutlich höheren Verlust gerechnet hatten. Die AMD-Aktie legte nachbörslich zehn Prozent zu.

Nun zeigte ATI dank einer neuen Produktserie neue Stärke

Einen wesentlichen Anteil an dem Ergebnis hatte die Grafikchipsparte ATI Technologies. AMD hatte ATI vor zwei Jahren für 5,4 Milliarden Dollar übernommen, bei der Integration bislang aber Schwierigkeiten. Nun zeigte ATI dank einer neuen Produktserie neue Stärke und konnte dem weltweit größten Graphikkartenhersteller Nvidia wieder Paroli bieten. ATI trug nun einen wesentlichen Teil zum Umsatzanstieg des Gesamtkonzerns auf 1,78 Milliarden Dollar bei. Analysten hatten nur mit 1,48 Milliarden Dollar gerechnet.

AMD-Chef Dirk Meyer zeigt sich auch optimistisch für das Geschäft mit Prozessoren für Großrechner. Im laufenden Quartal würden die ersten Server mit Vier-Kern-Rechenherzen mit 45-Nanometer-Strukturen auf den Markt kommen. Diese Art von Prozessoren hatte AMD im Ringen mit seinem größeren Rivalen Intel zuletzt Probleme bereitet. Intel vertreibt bereits seit einiger Zeit vergleichbare Chips. AMD hatte teilweise in der Baureihe mit Qualitätsproblemen zu kämpfen und musste den Erzkonkurrenten zunächst davonziehen lassen.

"Wir haben nicht vor, Marktanteil zu verlieren"

Im vierten Quartal rechnet der Chiphersteller, der seine vor allem in Dresden angesiedelten Werke bis Jahresende in eine Gemeinschaftsfirma mit arabischen Finanzinvestoren ausgliedert, mit einem unveränderten Umsatz. "Wir haben nicht vor, Marktanteil zu verlieren", sagte Meyer. "Wir sind nur vorsichtig." Analysten zeigten sich mit den Zahlen zufrieden. "Die Zahlen sind wirklich gut, besser als alle erwartet haben", sagte Doug Freedman von American Technology Research. Der Ausblick sei zurückhaltend, aber angemessen, urteilte Analystin JoAnne Feeney von FTN Midwest. (Reuters)

 

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