18. Oktober: EU-Tag gegen Menschenhandel

18. Oktober 2008, 09:00
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Österreich ist vor allem Transit- und Zielland - Heidrun Silhavy sieht noch viel Arbeit im Bereich des Opferschutzes

Wien - 35 Milliarden Dollar beträgt der Umsatz aus diesen kriminellen Machenschaften des Menschenhandels jährlich. Hauptsächlich davon betroffen sind Frauen und Mädchen, sagte Frauenministerin Heidrun Silhavy am Freitag bei einem Pressegespräch anlässlich des EU-Tages gegen Menschenhandel am 18. Oktober. Allein in Wien wurden in den vergangenen Jahren laut UNICEF 1.300 Kinder aufgegriffen, die Kinderhändlern zum Opfer gefallen waren.

Opferschutz

Österreich ist von Menschenhandel hauptsächlich als Transit- und Zielland betroffen. "Wir können unsere Augen davor nicht verschließen", meinte Silhavy. Vor allem im Bereich des Opferschutzes sei noch viel zu tun. "Die Opfer stehen häufig als Täter da nach dem Motto 'die Frauen wollen halt damit Geld verdienen'", meinte die Ministerin.

Silhavy forderte neben dem Opferschutz, einen Ausbau der psychologischen Betreuung, das Recht auf einen humanitären Aufenthaltstitel, Zugang zum Arbeitsmarkt und eine ausreichende Gesundheitsversorgung für die schwer traumatisierten Opfer.

Die ehemalige SPÖ-Frauenministerin (1995-97) Helga Konrad forderte die Schaffung eines Observatoriums. "Wir müssen wissen, auf welcher Basis wir arbeiten. Die Situation in Österreich kennen wir nicht", sagte Konrad vor JournalistInnen. In jedem Land sei ein unabhängiger "Rapporteur" einzusetzen, um vergleichbare Daten zu erhalten.

Richtlinien zum Schutz

Anlässlich des EU-Tags gegen Menschenhandel hat UNICEF Richtlinien zum Schutz von Opfern des Kinderhandels vorgestellt. Schutz und Betreuung von Opfern des Kinderhandels sind für Österreich von großer Bedeutung, nachdem es als Ziel- und Transitland für Menschenhandel gilt. Die Opfer sind in den meisten Fällen schwer traumatisiert und brauchen in erster Linie Schutz und Sicherheit. Viele Kinder wurden sexuell missbraucht, in die Prostitution oder ausbeuterische Arbeitsverhältnisse gezwungen oder dazu angehalten, Diebstähle zu begehen. (APA)

  •  Frauenministerin Silhavy: "Die Opfer stehen häufig als Täter da nach dem Motto 'die Frauen wollen halt damit Geld verdienen".
    foto: cremer

    Frauenministerin Silhavy: "Die Opfer stehen häufig als Täter da nach dem Motto 'die Frauen wollen halt damit Geld verdienen".

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