ext4: Neues Linux-Dateisystem wird "stabil"

17. Oktober 2008, 12:02
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Verlässt mit Kernel 2.6.28 den experimentellen Status - Zukunft soll aber btrfs gehören

Wie gewohnt läuft nach der Veröffentlichung von Kernel 2.6.27 nun die gewohnt hektische Periode zur Aufnahme neuer Features in den zentralen Linux-Bestandteil. Dabei zeichnen sich schon jetzt einige der Eckpunkte der kommenden Linux-Release ab.

Stabil

So wird das neue Dateisystem ext4 mit der kommenden Kernel-Version endlich als "stabil" angesehen, eine entsprechende Änderung ist in den aktuellen Patches von Entwickler Ted Tso enthalten. ext4 wurde zwar bereits mit der Version 2.6.19 in den Kernel aufgenommen, war allerdings bislang explizit als experimentell gekennzeichnet, etwas das sich auch dadurch ausdrückte, dass sich das Filesystem bislang als "ext4dev" ausgibt. Seit einigen Monaten hat man nun aber keine grundlegenden Änderungen am Disk-Format von ext4 mehr vorgenommen, Tso selbst betreibt ext4 seit einigen Monaten auf seinem Privatrechner - ohne Probleme wie er versichert.

Chancen

ext4 hat damit beste Chancen künftig das neue Default-Dateisystem bei den meisten Linux-Distributionen zu werden, immerhin lässt sich vom jetzigen Standard-Format ext3 problemlos upgraden. Enterprise-Distributionen werden freilich wohl noch eine Weile warten, bis sie den Schritt auf ein neues Datesystem wagen.

btrfs

Viele EntwicklerInnen halten ext4 aber ohnehin nur für eine Zwischenlösung, auf Sicht soll btrfs mit neuen Ansätzen Linux endlich die langersehnte grundlegende Verjüngung im Dateisystemsbereich bescheren, die auch mit Suns ZFS mithalten kann. Eine Ansicht, der übrigens auch der ext4-Entwickler Tso zustimmt, entsprechend will man btrfs bereits früh in den Kernel aufnehmen und dort zur Reife bringen. (apo)

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