Eine außergewöhnliche Physikerin nicht vergessen

22. Oktober 2008, 14:27
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Wien - Die "außergewöhnliche Physikerin" Lise Meitner, die am 17. November vor 130 Jahren in Wien geboren wurde, wird mit einer kostenfreien Veranstaltungsreihe, den "Lise-Meitner-Lectures", geehrt. Der Auftakt zur ersten Vortragsserie fand in der Universitätsbibliothek der Uni Wien statt, wo das Werk und die Biografie der gebürtigen Wienerin vorgestellt wurde und ExpertInnen über "Frauen in der Wissenschaft: Kein Thema mehr?" diskutierten.

Auftaktveranstaltung

Bei der Auftaktveranstaltung sprach die Wiener Mathematikerin und Physikerin Lore Sexl, Schülerin und Vertraute Meitners, zum Thema "Der Boden auf dem ich stehe: Lise Meitner und Wien", die deutsche Schriftstellerin Charlotte Kerner hielt den Vortrag "Die tiefe Freude an der reinen Erkenntnis: Nachdenken über das Vorbild Lise Meitner". Kerner erhielt 1987 den Deutschen Jugendliteraturpreis für die Biografie "Lise, Atomphysikerin - Die Lebensgeschichte der Lise Meitner". Anschließend diskutierten unter anderem Ingela Bruner, Rektorin der Universität für Bodenkultur, DPG-Präsident Gerd Litfin, die Molekularbiologin Renee Schroeder und die Physikerin Helga Stadler über Frauen in der Wissenschaft.

Herausragende Wissenschafterinnen

Mit dieser neuen Veranstaltungsreihe, die einmal jährlich abgehalten werden soll, will die Österreichische und die Deutsche Physikalische Gesellschaft - sie veranstalten die Lectures - herausragende Wissenschafterinnen einem breiten Publikum vorstellen, besonders SchülerInnen, Studierenden und NachwuchsforscherInnen. Die Veranstaltungsorte Wien und Berlin seien "wichtige Stationen im Leben von Lise Meitner" gewesen, so die VeranstalterInnen. So gab es etwa auch "Lise-Meitner-Lectures" am 23. und 24. Oktober in der deutschen Bundeshauptstadt.

Zur Person

Lise Meitner (1878-1968) arbeitete auf dem Gebiet der Atomphysik und entdeckte zusammen mit Otto Hahn mehrere radioaktive Nuklide (Sorten von Atomkernen). 1939 lieferte sie die erste physikalisch-theoretische Erklärung der Kernspaltung. Die gebürtige Wienerin gehörte zu den ersten in Österreich zum Studium zugelassenen Frauen und war 1906 die zweite Frau, die an der Universität Wien promovierte. In Berlin habilitierte sie 1922 als erste Frau in Deutschland im Fach Physik. 1926 wurde sie in Berlin - als erste Frau im Bereich Physik - außerordentliche nichtbeamtete Professorin. Als Jüdin musste Meitner im Juli 1938 nach Stockholm fliehen. (APA)

  • Lise Meitner gehörte zu den ersten in Österreich zum Studium zugelassenen Frauen und war 1906 die zweite Frau, die an derUniversität Wien promovierte.
    foto: universität wien

    Lise Meitner gehörte zu den ersten in Österreich zum Studium zugelassenen Frauen und war 1906 die zweite Frau, die an derUniversität Wien promovierte.

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