Hollywood-Reaktionen auf die Finanzkrise

17. Oktober 2008, 02:50
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Paramount-Studio kürzt Produktions-Output und Personal - "Wall Street"-Sequel ist bei Centfox in Planung

Los Angeles - Die Börsen- und Finanzkrise hinterlässt erste Spuren in der US-Filmindustrie. Als eines der größten Hollywood-Studios kürzte die Viacom-Tochter Paramount ihre Filmliste und kündigte Stellenstreichungen an. Wegen der unsicheren Wirtschaftslage wolle das Unternehmen im kommenden Jahr 50 Millionen Dollar einsparen, teilte das Studio am Mittwoch mit.

Paramount will nun im kommenden Jahr 20 Filme auf den Markt bringen, nach 25 Streifen 2008 und 26 im vergangenen Jahr. Jeweils zwei bis vier Filme aus der Produktion von DreamWorks Animation sowie von Marvel Entertainment sind angekündigt. Paramount selbst will zwölf Filme machen, darunter MTV- und Nickelodeon-Produktionen, sowie vier weitere über Paramount Vantage veröffentlichen.

Keine Branche sei gegen die Marktturbulenzen immun, sagte Paramount-Chef Brad Grey in einem Reuters-Interview. "Wir glauben nicht, dass die Unterhaltungsindustrie gegen die Rezession resistent ist, und uns ist klar, dass das Wirtschaftsklima sehr unsicher ist." Die Aktien von Viacom gaben nach der Bekanntgabe der Kürzungspläne um knapp neun Prozent nach. Auch Anteile anderer Medienunternehmen wie Time Warner, der Universal-Mutter General Electric oder News Corp, denen 20th Century Fox gehört, verloren mitten in einem turbulenten ausverkauf an Wert.

Viele Branchenmanager bezeichnen die Unterhaltungsindustrie als besonders widerstandsfähig in schlechten Zeiten, weil die Konsumenten tendenziell auf große Ausgaben verzichteten und stattdessen auf billigere Kinotickets oder DVD zurückgriffen. Experten rechnen nun aber damit, dass andere Produktionsfirmen der Entscheidung Paramounts folgen werden.

"Money Never Sleeps"

Naheliegendes Timing: Hollywood will eine Fortsetzung des 80er-Jahre-Hits "Wall Street" drehen. Wie das Filmblatt "Variety" am Dienstag berichtete, hat das Studio 20th Century Fox den Drehbuchautor Allan Loeb ("21") mit dem Skript für "Money Never Sleeps" beauftragt. Michael Douglas, der in "Wall Street" den skrupellosen Finanz-Hai Gordon Gekko spielte - und dafür einen Oscar erhielt - soll nach den Wünschen des Studios die Hauptrolle übernehmen. Douglas wolle sich entscheiden, sobald das Drehbuch vorliegt, hieß es.

Oliver Stone drehte das Drama 1987 mit Blick auf die kriminellen Skandale um das sogenannte Insider Trading nach den realen Vorbildern der Börsenspekulanten Ivan Boesky und Carl Icahn. Gekko (Douglas) korrumpiert den jungen Broker Bud Fox (Charlie Sheen) und führt ihn in seine schillernde Geld-Welt ein, doch am Ende führt der Weg ins Gefängnis. Ed Pressman, der den Original-Streifen produzierte, ist wieder als Produzent dabei. Wer Regie führen wird, ist noch nicht bekannt. "Money Never Sleeps" dreht sich erneut um Gekko, der nach der Haftentlassung seine Machenschaften fortsetzt.

"Law Abiding Citizen"

Psycho-/Rachethriller haben jedenfalls Saison: Oscar-Preisträger Jamie Foxx will mit "300"-Star Gerard Butler "Law Abiding Citizen" drehen. Butler soll einen erfolgreichen Staatsanwalt spielen, Foxx einen Bürger, der das Gesetz in die eigene Hand nimmt und sich an dem Anwalt rächen will. Er sieht sich als Opfer des Rechtssystems, als einer der Mörder seiner Frau und Tochter durch eine Absprache zwischen Verteidigung und Anklage auf freien Fuß kommt. Die Vorlage für den Stoff stammt von Frank Darabont und Kurt Wimmer. Darabont, der unter anderem die Filme ("Die Verurteilten") und "Der Nebel" drehte, will auch die Regie übernehmen. Butler ist mit seiner Firma Evil Twin als Produzent beteiligt.

"Men Who Stare at Goats"

George Clooney wird mit Rebecca Mader, bekannt aus der TV-Serie "Lost", wird in dem selbst koproduzierten Streifen "Men Who Stare at Goats" spielen. Der im Irak spielende und auf wahren Tatsachen beruhende Film dreht sich um einen Reporter namens Bob Wilton (Ewan McGregor), der eine ausgefallene Story ausgräbt. Er trifft auf Lyn Cassady, der sich als Ex-Soldat einer geheimen US-Einheit mit hellseherischen Fähigkeiten ausgibt. Mader tritt als Ehefrau des Reporters in Aktion. Kevin Spacey und Keff Bridges übernehmen weitere Rollen als Geheimdienstoffiziere. Dem "Hollywood Reporter" zufolge führt Grant Heslov Regie nach dem gleichnamigen Buch des britischen Journalisten Jon Ronson. (APA/Reuters/dpa)

  • Hosenträger, Telefonkabel, weißer Kragen - alles revivalfähig?
    foto: centfox

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