Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Die Kamera gleitet durch eine eigentümliche Anlage aus verschlungenen Gängen. Hinter Scheiben schwimmen silbrig glänzende Fische. Anschließend blickt man aus leicht verkanteter Perspektive auf Großstadtstraßenschluchten, Menschenmassen. Und schon hat sich von einer Sequenz zur nächsten ein Bewusstsein für Distanz etabliert, wo es in weiterer Folge auch um deren Überwindung gehen wird.
Auch Laila (Hend Sabry), die Heldin von Genenet al asmak, geht ihrer Arbeit in einem aquariumartigen Setting nach: Sie sitzt hinter einer Glaswand in einem Radiostudio. Dort nimmt sie die Anrufe von Hörerinnen und Hörern entgegen, die sich ihr im Schutz der Anonymität mitteilen. Ihre eigene Befindlichkeit verbirgt Laila hinter einem maskenartigen Make-up. Sie lebt wie ihr erwachsener Bruder noch bei ihrer Mutter zu Hause.
Der Arzt Youssef hingegen, der eines Nachts in Lailas Sendung anruft, übernachtet lieber in seinem Auto: Die Villa seines Vaters steht leer, seit dieser schwerkrank in einer Klinik liegt. Zu seiner langjährigen Geliebten kann Youssef sich nicht offen bekennen, in seinem eigenen Appartement fühlt er sich wie ein Fremder. Aber auch Youssef hat einen privilegierten Zugang zu den Geheimnissen Dritter. Er ist Anästhesist, kurz bevor seine Patienten das Bewusstsein verlieren, wird er unfreiwillig Zeuge unwillkürlicher privater Äußerungen.
Filmlabyrinth
Wie sich die Leben von Youssef und Laila allmählich verschränken - auch davon handelt Genenet al asmak von Yousry Nasrallah, 1952 in Kairo geboren, langjähriger Mitarbeiter seines kürzlich verstorbenen Landsmanns Youssef Chahine. Aber Genenet al asmak ist ein labyrinthischer Film. Darin ähnelt er der Anlage des Aquarium-Gartens mit seinen Passagen, höhlenartigen Gewölben. Er folgt seinen Protagonisten zwar in Form einer linearen Erzählung, die sich über einige Tage und Nächte erstreckt. Er bricht diese Erzählung aber auch: mittels Plansequenzen, in denen hintergründig arrangierte Ereignisse, Begegnungen ablaufen, die die Erzählung zu berühren scheinen. Durch einen als Stummfilm im Film angelegten Tagtraum, der Lailas Ängste und Wünsche offenbart. Und durch eine Kommentarebene, wenn einzelne Darsteller aus ihrer Rolle treten, das Publikum direkt adressieren.
Die Erzählung wird als solche porös, aber zugleich wird die fiktive Realität um Beschreibungen erweitert - die Situation einer Christin im Angesicht eines wachsenden Fundamentalismus oder die Lage HIV-Positiver -, die gegenwärtige Verhältnisse pointiert zur Sprache bringen. (Isabella Reicher / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18./19.10.2008)
19. 10., Urania, 13.30
Wh.: 28. 10., 23.30
Der israelische Filmemacher Ari Folman hat in "Waltz with Bashir" seine eigenen Erfahrungen als Soldat im Libanon in einen Animationsfilm übersetzt - Interview
Erweiterungspläne für 2009
In "Aruitemo Aruitemo" erzählt der japanische Regisseur Koreeda Hirokazu mit viel Feingefühl von einem Familientreffen, bei dem Konflikte zutage treten
V'08-Tagebuch, Folge 6: Angelika Reitzer über den experimentellen Kurzfilm 24/7
Fröhliches Gedenken: Handverlesener Slapstick zu Ehren von Manny Farber
Wiener Filmpreis an Arash T. Riahi für "Ein Augenblick Freiheit"
Musiker Ernst Molden: "Es gibt zu jedem der eingereichten Filme echt viel zu sagen - auch zu den schlechten."
Wakamatsu Koji rekonstruiert in "United Red Army" eine politische Extremsituation
Die Viennale widmet Regisseur Werner Schroeter nicht nur eine Personale, sondern ehrte ihn für "Nuit de chien" sogar mit einer Gala
Die argentinische Filmemacherin Lucrecia Martel erzählt in "La mujer sin cabeza" von einer Frau, die nach einem Unfall an Gedächtnisstörungen laboriert
Der Film "Z 32" befasst sich mit einem israelischen Soldaten, der an einer Rachemission beteiligt war - Regisseur Avi Mograbi über die Waffen des Kinos im Interview
Tanaz Eshaghians Dokumentation "Be Like Others" über Transsexuelle im Iran
Der Schweizer Dokumentarist Fernand Melgar verfolgt in "La Forteresse" die Selektionsprozesse in einem Flüchtlingszentrum - und gibt der Angst ein Gesicht
Über die zentrale Bedeutung des Films für die Komponistin Olga Neuwirth
In Marco Bechis' beeindruckendem Film "La terra degli uomini rosso" besetzt ein Indio-Stamm sein altes Land, das mittlerweile zu einem Großgrundbesitz gehört - eine Revolte gegen die Entfremdung
Während der Großteil der Wiener noch schläft, schleppen sich einige schon durch Dunkelheit und Morgennebel ins Kino
Der Film scheint zu vermitteln, welches Vergnügen es dem Autor Doillon bereitet, die erzählerische Schraube immer noch ein Stück weiter anzuziehen
Intendant Hurch: "Man muss Filme machen, als ob es das Geld nicht gäbe" - Präsident Pleskow: "Das Kulturministerium ist heute dasselbe wie vorher, nur in Damenkleidern"
Isabelle Huppert weilte anlässlich des Viennale-Tributes für Werner Schroeter und der Vorführung von "Malina" zu einem Kurzbesuch in Wien - Der Schauspielstar im Interview
Seit 1997: Leserjury bei Viennale
"Protest Song Lounge" am Freitagabend in der Viennale-Zentrale in der Urania
Die Standard-Leserjury steht in den Startlöchern
Ramin Bahrani, Regisseur von "Chop Shop", über "Goodbye Solo", im Interview über gespieltes richtiges Leben
Der portugiesische Regisseur Miguel Gomes huldigt in seinen Filmen einer
(Volks-)Kultur, die keine hierarchischen Grenzen kennt
Die Viennale widmet dem US-Filmemacher, Kurator, Lehrer und Aktivisten
John Gianvito ein Tribute
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.