Fertignahrung ohne Geschmacksverstärker?

26. Februar 2003, 20:00
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Neuer Stoff könnte die unzähligen Beimischungen von Süßstoffen und Salz zumindest deutlich reduzieren

Paris - US-Wissenschafter haben möglicherweise einen Ersatz für Geschmacksverstärker in Fertig-Lebensmitteln gefunden. Wie das britische Wissenschaftsmagazin "New Scientist" in seiner neuesten Ausgabe berichtet, könnte der neue Stoff die unzähligen Beimischungen von Süßstoffen und Salz in Lebensmitteln deutlich reduzieren und somit Fertignahrung gesünder machen. Der "Bitter-Blocker" verhindere die Wahrnehmung von bitterem Geschmack.

Bisher werden Fertigprodukte mit viel Salz und Zucker versetzt, um das Essen schmackhafter zu machen und bittere Aromen zu überdecken. Eine Dose Suppe zum Beispiel kann bereits die Hälfte der täglich benötigten Salz-Dosis enthalten.

Wirkungsweise

Wissenschafter des US-Biotech-Unternehmens Linguagen fanden laut "New Scientist" heraus, dass die Geschmacksknospen auf der Zunge ein bestimmtes Protein produzieren, sobald sie mit bitteren Geschmacksstoffen in Berührung kommen. Dieses löst eine ganze Kettenreaktion bis zum entsprechenden Nervensignal an das Gehirn aus. Nach zahlreichen Experimenten stießen die Forscher schließlich auf eine Familie von Nukleotiden, die die Produktion des Proteins blockieren.

Eine geringfügige Menge dieses "Bitter-Blockers" in jeder Mahlzeit reiche völlig aus, um das Bitter-Signal ans Gehirn zu stoppen, erläuterte Linguagen. Da die Nukleotide natürlich vorkämen und bereits in zahlreichen Nahrungsmitteln Nukleotide enthalten seien, müsse für den neuen "Geschmacksblocker" nicht einmal die Zustimmung der zuständigen US-Behörde FDA eingeholt werden. Das Unternehmen räumte jedoch ein, nicht zu wissen, wie der Blocker genau funktioniert. Laut "New Scientist" hat Linguagen gerade das Patent für die Entdeckung erhalten. (APA)

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    Die Salzdosis könnte durch den Bitter-Blocker reduziert werden.

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