FP will Schüssel bremsen, Kandidat Radel zögert

27. Februar 2003, 09:07
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Wahlergebnis beschert der ÖVP zumindest ein Parteimandat mehr im Stiftungsrat der Anstalt - oder gar die absolute Mehrheit

Wien - "Mehr denn zurückhaltend" reagiert Peter Radel gegenüber dem STANDARD auf Wünsche aus dem Kanzleramt, den ehemaligen ORF-Direktor und Medienberater des Kanzlers in den Stiftungsrat der Anstalt zu bringen.

Bisher habe man ihn nicht gefragt. Er will "niemandem über die Zeitung ein Ja oder Nein ausrichten". Bisher völlig ablehnend, ginge es ihm im Falle des Falles darum, was er für den ORF erreichen kann.

Radel befürwortet die Pläne von Generaldirektorin Monika Lindner für ein unverschlüsselt ausgestrahltes Satellitenprogramm. Mit diesem Projekt rechtfertigt Lindner den Wunsch nach Gebührenerhöhung 2004. Bisher soll Wolfgang Schüssel dafür wenig Verständnis gezeigt haben.

Das Wahlergebnis beschert der ÖVP ein Parteimandat mehr im Stiftungsrat, einer Art Aufsichtsrat des ORF, der das Management wählt und Budget wie Programmschema beschließt. Ein weiteres Regierungsmandat könnte dazukommen und brächte der Volkspartei die absolute Mehrheit. "Jeder wünscht sich die, aber das kann nicht sein", hieß es dazu in der FPÖ.

Die Verhandlungen über Medienpläne - DER STANDARD berichtete - waren Mittwoch laut FP-Mediensprecher Hans Kronberger noch nicht abgeschlossen. Er will Änderungen im ORF-Gesetz (die VP bisher nicht). Ihn stört, dass über Werbefenster deutscher Privatsender "Werbegelder abfließen".
(Harald Fidler/DER STANDARD, Printausgabe, 27.2.2003)

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