Heimische Banken erstmals seit 1978 mit rückläufiger Bilanzsumme

26. Februar 2003, 15:58
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Fusion von Bank Austria und Creditanstalt drückte 2002 Geschäftsvolumen um 2,5 Prozent

Wien - Das Geschäftsvolumen der in Österreich tätigen Kreditinstitute ist im vergangenen Jahr - wegen der Fusion von Bank Austria und Creditanstalt im August - leicht geschrumpft. Erstmals seit dem Jahr 1978, dem Beginn der Verfügbarkeit elektronischer Daten, lag die gesamte Bilanzsumme per Ende 2002 mit 573,27 Mrd. Euro um 2,5 Prozent oder 14,47 Mrd. Euro unter dem Vorjahreswert, gab die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) am Mittwoch Nachmittag bekannt.

Im Jahr 2001 war das Bilanzvolumen aller Banken in Österreich noch um 4,5 Prozent oder 25,04 Mrd. Euro gewachsen. Ohne die Verschmelzung der beiden Institute Bank Austria und Creditanstalt wäre die Bilanzsumme im abgelaufenen Jahr um 3,3 Prozent gestiegen.

Spareinlagen angestiegen

In Österreich waren zum Jahresende 2002 insgesamt 897 Kreditinstitute aktiv, um zehn weniger als zum Ultimo 2001. Nach Angaben der OeNB sank die Zahl der Zweigstellen im selben Zeitraum um 75 auf 4.471. Der Marktanteil der fünf größten Einzelinstitute - Bank Austria Creditanstalt (BA-CA), Erste Bank, Raiffeisen Zentralbank (RZB), Bawag/PSK und Österreichische Volksbanken (ÖVAG) - an der Gesamtbilanzsumme erhöhte sich 2002 um 0,4 Prozentpunkte auf 45,9 Prozent.

Die Spareinlagen stiegen im vergangenen Jahr um 1,8 Prozent auf 127,64 Mrd. Euro, im Jahr davor war das Wachstum mit plus 4,8 Prozent deutlich höher ausgefallen. Ohne die Zinsgutschriften im Dezember wäre 2002 ein Abfluss zu verzeichnen gewesen.

Fremdwährungskrediten

Das Kreditwachstum von 1,2 Prozent auf 235,52 Mrd. Euro war laut OeNB zu mehr als 75 Prozent von Fremdwährungskrediten getragen. Der Anteil der Schweizer Franken-Kredite erhöhte sich um 4,6 Prozentpunkte, rückläufig war dagegen der Anteil der Yen-Kredite - erstmals seit dem Beginn der Wirtschafts- und Währungsunion. Euro-Kredite waren weniger beliebt, ihr Wachstum stagnierte (plus 0,3 Prozent).

Die Eigenmittel aller Kreditinstitute in Österreich sanken 2002 erstmals seit Inkrafttreten der neuen Eigenmittelbestimmungen (1994). Während sich der Stand der Eigenmittel 2001 noch um 4,55 Mrd. Euro oder 12,1 Prozent erhöht hatte, lag er per Ende Dezember 2002 mit 41,55 Mrd. Euro um 1,0 Prozent oder 0,43 Mrd. Euro niedriger.(APA)

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