Zehntausende demonstrieren gegen Festnahmen von Kosovo-Albanern

26. Februar 2003, 15:27
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Ex-UCK-Mitglied fordert "Respekt für Befreiungskrieg" und Unabhängigkeit Kosovos

Pristina - Einige zehntausend Albaner haben am Mittwoch in der Kosovo-Hauptstadt Pristina gegen die Festnahme von vier Landsleuten demonstriert. Die festgenommenen früheren Mitglieder der Kosovo-Befreiungsarmee (UCK) stehen wegen Kriegsverbrechen unter Anklage des UNO-Tribunals in Den Haag. Die Demonstranten trugen die Flaggen Albaniens, der USA und der NATO und skandierten die Namen der Festgenommenen.

"Wir wollen keine politischen Prozesse"

"Wir sind nicht gegen die Justiz, wollen aber keine politischen Prozesse", sagte Sadik Halitjaha, Ex-UCK-Mitglied. Er und andere Redner verlangten die internationale Anerkennung der Unabhängigkeit Kosovos und den "Respekt" für den "Befreiungskrieg" der UCK. Zur Demonstration, die unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen der UNO-Polizei stattfand, hatten mehrere Veteranenverbände aufgerufen.

Drei der vom Haager Gericht Angeklagten waren in der vergangenen Woche von der Friedenstruppe KFOR festgenommen und an das Tribunal ausgeliefert worden. Der vierte wartet in Slowenien auf die Abschiebung. Ihnen wird Mord, Misshandlung und illegale Gefangenenhaltung von serbischen und albanischen Zivilisten im Kosovo 1998 zur Last gelegt. Alle waren Aufseher in einem Gefangenenlager der albanischen Miliz UCK bei Pristina. (APA/dpa)

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    Ein Demonstrant mit dem Wappen der UCK.

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