Anti-Drogen-Aktion in Thailand: Fast 1.000 Tote

26. Februar 2003, 14:55
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In dreieinhalb Wochen sind fast 1.000 mutmaßliche Dealer gestorben - Polizei will nur 16 erschossen haben

Bangkok - Einem von Thailands Regierung ausgerufenen "Krieg gegen Drogen" sind in dreieinhalb Wochen fast 1.000 Menschen zum Opfer gefallen. Von den 999 mutmaßlichen Dealern, die bei Schießereien umkamen, seien nur etwa 16 von Sicherheitsbeamten getötet worden, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Nach Behördenangaben gehen die anderen Opfer auf das Konto von Kämpfen rivalisierender Drogenbanden, deren Mitglieder sich aus Angst vor Verrat gegenseitig umbrächten.

Erklärung

Der thailändische Regierungschef Thaksin Shinawatra verteidigte das harte Vorgehen gegen die Drogenszene gegen Kritik von Menschenrechtsgruppen und den Vereinten Nationen. "Wir haben eine Menge Drogenprobleme, die unser Land herausfordern", sagte er. "Wenn die UN fragt - wir können alles erklären. Wir haben keine Angst."

Drogendealer würden "restlos verschwinden"

Amnesty International hatte eine Untersuchung der Bluttaten gefordert und den thailändischen Innenminister Wan Muhamad Nor Matha für dessen Aussage kritisiert, Drogendealer würden "restlos verschwinden". Auch die Vereinten Nationen hatten sich "tief besorgt" über mögliche Menschenrechtsverletzungen geäußert.

Serie von Razzien

Bei der am 1. Februar begonnenen Serie von Razzien gegen Thailands Drogenszene wurden offiziellen Angaben zufolge u.a. mehrere Millionen Amphetamin-Tabletten sichergestellt und über 46.000 Verdächtige festgenommen. Als Grund für die Anti-Drogen-Kampagne wird die rasant gestiegene Rauschgiftkriminalität im Lande angegeben. (APA/dpa)

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