General Franks: USA garantieren nicht für Sicherheit menschlicher Schutzschilde

26. Februar 2003, 14:58
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Zivile Opfer "nicht hundertprozentig" vermeidbar - Britischer Verteidigungsminister Hoon besucht US-Kommandozentrale in Katar

Camp As-Sajliya/Katar/Kairo - Im Fall eines Irak-Kriegs garantieren die USA nicht für die Sicherheit so genannter "menschlicher Schutzschilde" - also von Zivilisten, die Angriffsziele mit ihrem Körper zu schützen versuchen. "Wir werden unser Bestes tun, zivile Opfer zu vermeiden, aber ich kann Ihnen jetzt schon sagen, dass wir damit nicht hundertprozentig erfolgreich sein werden", sagte General Tommy Franks, der Befehlshaber der US-Truppen in der Golfregion, am Mittwoch in Katar.

In einem Interview der Nachrichtenagentur AP erklärte Franks weiter, bei Patrouillen in der Flugverbotszone im Nordirak würden britische und amerikanische Kampfflugzeuge zunehmend irakische Boden-Boden-Raketenstellungen bombardieren. Ziel sei die Zerstörung von Raketen, deren Reichweite Angriffe auf Kuwait oder die Türkei ermögliche. Dies diene vor allem dem Schutz der in Kuwait stationierten US-Truppen.

Hoon in El Sajliya

Der britische Verteidigungsminister Geoffrey Hoon ist am Mittwoch in Katar eingetroffen, wo die US-Armee ihr Hauptquartier für einen möglichen Krieg gegen den Irak eingerichtet hat. Auf dem Programm des britischen Ministers in Katar steht unter anderem ein Treffen mit US-General Tommy Franks, der eine Irak-Invasion von der neuen mobilen amerikanischen Befehls- und Kommandozentrale in El Sajliya aus leiten würde. Franks war am Dienstag dort eingetroffen. Unklar ist bisher, ob Franks, der auch das Kommando über die US-Soldaten in Afghanistan hat, bis zum Ende der Irak-Krise in Katar bleiben oder demnächst zur Kommandozentrale im US-Bundesstaat Florida zurückkehren wird.

Wie die katarische Nachrichtenagentur QNA berichtete, wurde Hoon am Flughafen von Offizieren der katarischen Armee empfangen. Der britische Minister hat auf seiner Reise in die Golfregion bereits Kuwait und Bahrain besucht, wo er jeweils mit britischen Soldaten zusammentraf. Großbritannien hat zugesagt, sich mit 30.000 bis 4o.000 Soldaten an einem von den USA angeführten Angriff gegen Bagdad zu beteiligen. (APA/AP/dpa)

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    US-General Tommy Franks soll die Offensive leiten

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